Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Biographie Elija Levita's
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 402 (sequence 5)
- Language
- German
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402 Zur Biographie Elija Jjevita’s. Nürnberg1776 ־ und 1780, Schnitzer in Rieclerers Abhandlungen, Stück 1, S. 308) würden über das Verhältniss der Angabe bei Haenle zu der Pellikans aufklaren können; doch sind mir diese Schriften nicht zugänglich. Ohne Quellenangabe erwähnt dann Haenle noch Folgendes: ,,Hingegen wird von einer anderen Seite erzählt, dass ihn in Neustadt deutsche Gelehrte, unter anderen Sebastian Münster und Conrad Pellikamis, Guardian des Klosters zu Pforzheim, aufgesucht hätten“. Was von dieser Angabe zu halten ist, die offenbar ebenfalls auf Pellikans Chronikon zurückgeht, lehrt des Letzteren oben im Wortlaute stehender Bericht über seinen Besuch in Neustadt a. d. A.: aus dem von Pellikan entschuldigten Niclitbesuche Levita’s hat der Gewährsmann Haenle’s das gerade Gegentheil gemacht. Worauf die Angabe über Sebastian Münsters Besuch bei Levita in Neustadt beruht, ist mir nicht bekannt, ist aber auch, bei der nachgewiesenen Grundlosigkeit der ihr zu Grunde liegenden Voraussetzung, gleichgültig. Die Hauschronik Pellikans, deren scheinbare Bereicherung der Biographie Levita’s sich somit als nichtig erwiesen hat, bietet bei ihrer sonstigen reichen Fülle kultur- und litteraturgeschichtlichen Inhalts besonders auch für die Geschichte der hebräischen Studien in Deutschland und der Schweiz und für die Einführung der jüdischen, namentlich exegetischen Litteratur in christliche Kreise viel merkwürdige Daten. Einige derselben seien hier kurz hervorgehoben. Pellikan erzählt, wie schon in seinem frühen Knabenalter der Wunsch, Hebräisch zu verstehen, in ihm erwacht sei: ״Als Knabe, in meinem elften Jahre oder noch früher, hatte ich von meinen Kameraden erzählen hören, ein Doktor der Theologie habe mit einem Juden über den christlichen Glauben disputier! und sei durch die Antworten nicht nur des Juden, sondern sogar einer Jüdin in dio Enge getrieben worden“ (S. 17). Er erzählt ferner von einem Pater Paul Pfedorsheimcr, der in Mainz aus dem Judentlnim ausgetreten war und dort von lauge bei־ hebräische Handschriften liegen, hatte, die er seinem Vater wegnahm, als er Christ wurde“ (S. 18). Wir hören von einem Juden, der für Johannes Bohaim in Ulm ,,das Bruchstück der Grammatik über dio Conjugation der Zeitwörter und die Umwandlungen der Laute und ein zweites ähnlicher Art“ in's Deutsche übersetzte, ohne das Mindeste von der hebräischen Grammatik zu verstehen. Dazu fügt Pellikan folgende Bemerkung: ״Ueberhaupt habe ich weder im Elsass, noch zu Worms, Frankfurt, Regensburg oder weiters auch nur einen Juden getroffen, der