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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 9 · p. Seite 401

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 9
Article
Zur Biographie Elija Levita's
Date
1893-01-01
Page
Seite 401 (sequence 4)
Language
German
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Zur Biographie Elija Levita’s. 401 Jahre 1514 noch in ”Neustadt a. d. A. lebte, ־wozu sich ihm noch die Combination gesellte, dass der Heimatswechsel Levita’s und seine Niederlassung in Italien mit der Vertreibung der Juden aus Neustadt a. d. A. zu erklären sei. Dieses vermeintliche Versäumnis, den grössten hebräischen Grammatiker seiner Zeit nicht aufgesucht zu haben, während er doch sonst überall die Gelegenheit gesucht hatte, bei Juden auch gelängeren Wissens seine hebräischen Kenntnisse zu vermehren, entschuldigte Pellikan in seinem drei Jahrzehnte später redigierten Chronikon mit der den obigen Annahmen entstammenden, aber als Thatsaclie vorgetragenen Behauptung, Levita sei zu jener Zeit überhaupt noch nicht Grammatiker gewesen. Dass diese Behauptung falsch sei, ist schon oben gezeigt worden, womit daun natürlich auch die Ursache entfällt, in der Angabe Pellikans auch nur ein Körnchen von Wahrheit entdecken zu müssen. Wir haben es mit einer durch die lange zeitliche Entfernung und die bereits angegebenen Gründe leicht verständlichen Selbstsuggestion zu thun, die zu constatieren nötig war, damit die von dem Uebersetzer des Chronikons ohne Bemerkung gelassenen Angaben Pellikans in der bisher chronologisch ziemlich gesicherten Biographie Levita’s keine Verwirrung oder auch nur unnötige Zweifel bewirken i). Auf den Angaben Pellikans scheint übrigens in letzter Leihe die bisher von den neueren Biographen Levita’s unbeachtet gelassene Angabe zu beruhen, welche S. Haenle in seine oben erwahnte Geschichte der Juden im ehemaligen Pürstenthum Ansbach (S. 42) aufgenomnien hat. Sie lautet: ״Levita hielt sich auch eine Zeit lang (1514) in seinem Vaterlande auf, fand aber, wie Lang berichtete (Geschichte von Bayreuth, B. I, S. 71), dort eben nicht mehr Achtung, als der gewöhnlichste Schach erju de“. Eine Vergleichung der erwähnten nächsten Quelle Haenle’s, sowie der anderen von ihm daselbst genannten älteren Quellen (Oertels Programme über Levita, 0 Uebrigens bemerkt schon Riggenbach, S. 40 seiner Ausgabe des lateinischen Originales: ,.Wenn die Angaben Geigers — über das Leben Levita’s — richtig sind, so ist P. hier in einem Irrtlium befangen . . . Uebrigens sagte P. auch nicht, er habe Levita gesehen. Er erinnert sich bei Anlass des Ortes bloss an die Beziehung desselben zu dem grossen Grammatiker, nimmt an, derselbe sei damals noch dort gewesen und bedauerte, seine Bekanntschaft nicht gemacht zu haben.“ — Dass Pellikan auf seinem Irrthum weiter baut und Levita’s Aus- Wanderung nach Italien und den Beginn seiner grammatischen Studien mit der Vertreibung der Juden aus Neustadt in Verbindung setzt, das lässt Riggenbach ganz ausser Acht.

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