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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 9 · p. Seite 400

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 9
Article
Zur Biographie Elija Levita's
Date
1893-01-01
Page
Seite 400 (sequence 3)
Language
German
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400 Zur Biographie Elija Levita’s. der daran sich knüpfenden andern, dass Levita erst jetzt, nachdem er sich nach Italien gewendet hatte, die hebräische Grammatik kennen lernte. "Wir wissen, dass Levita im Jahre 1515 bereits seine massoretische Concordanz begann, und dass schon 1.508 in Pesaro sein lange vorher verfasster Coiumentar zu Moses Kimchi’s hebräischer Grammatik erschienen war. Auch die weiteren Angaben Pellikans über Levita’s Leben zeigen, dass er keine sicheren Kenntnisse darüber besass, nur seinen Aufenthalt in Rom kannte, den in Padua und Venedig hingegen nur im Allgemeinen als Aufenthalt in Italien bezeichnet©. Dadurch verliert denn auch die Behauptung Pellikans, in Neustadt an der Aisch habe zur Zeit seines eigenen Aufenthaltes daselbst der ״Jude Elias Levita“ gelebt, ihren Werth, den wir ihr sonst als zeitgenössischer Nachricht zuerkennen müssten. Denn nicht einmal die Annahme ist zulässig, Elija Levita habe seinen Aufenthalt in Rom unterbrochen und sich eine Zeit lang in der Heimat aufgehalten. Eine solche Episode in Levita’s Leben wäre irgendwie von ihm erwähnt worden. Diese Annahme ist umsoweniger zulässig, als Konrad Pellikan selbst, dessen Behauptung zu Liebe wir zu ihr genöthigt wären, der Meinung ist, Levita habe vor dem Jahre 1515 Deutschland und seinen Heimatsort überhaupt noch nicht verlassen. Die demnach aus der Luft gegriffene Behauptung Pellikans wird durch die ihr folgende Angabe erklärlich: ״Ich wusste nichts von ihm, weil er za jener Zeit noch nicht Grammatiker ־war“. Pellikan hat, wie er am Schlüsse der (1544 geschriebenen) Einleitung seiner Hauschronik angiebt, seine selb st biographischen Aufzeichnungen erst 1521 und zwar zunächst ״dürftig und lückenhaft“ begönnen und verwandte erst seit 1541 grössere Sorgfalt auf dieselben1). Wir haben uns nun vorzustellen, dass Pellikan, als er bei Redigierung seiner früheren Notizen auch den Aufenthalt in Neustadt an der Aisch zu erwähnen hatte, es selbst unbegreiflich fand, dass er den berühmten Sohn dieser Stadt, welche als Geburtsort Levita’s von Seb. Münster in dem Vorwort za seiner hebräischen Grammatik (1542) besonders hervorgehoben wird, nicht aufgesucht hatte. Er nahm vermöge seiner mangelhaften Kenntnisse von der Lebensgeschichte des berühmten Grammatikers ohne weiteres an, dass Levita im י) S. 144 heisst es ausdrücklich: ,,In demselben Monat© — Januar 1544 — begann ich auch die Hauschronik, die ich bis heute forigeführt habe.“

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