Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Biographie Elija Levita's
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 399 (sequence 2)
- Language
- German
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- Elijah 2× ep/1004307
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Zar Biographie Elija Levifca’s. 399 besass, aus der נcli mir Einiges auszog. Hierauf rief uns unser Dienst nach Heu stadt a. d. Ai sc 11. Dort lebte damals der Jude Elias Lcvita; ich wusste nichts von ihm, weil er zu jener Zeit noch nicht Grammatiker war. Hach dem Tode der Markgräfin von Brandenburg, die in ihrem Alter in Heustadt residirte, wurde er von ihrem Sohne und Nachfolger Kasimir (oder Georg) samt anderen Juden vertrieben und lernte in Italien, wohin er sich gewendet hatte, die hebräische Grammatik kennen. Auch dort vertrieb man ihn; doch fand er noch in Rom eine Zuflucht und unterrichtete Christen in der Grammatik, bis er endlich zu seinem und der Stadt nicht geringen! Schaden auch hier verjagt wurde.u Die Yisitationsreise, die PeJlikan in die Heimat Levita’s führte, fand im Jahre 1514 statt, also zu einer Zeit, in welcher sich Levifa in Rom im Hause des Cardinais Egidio von Viterbo aufhieit, nachdem er bereits lange Jahre (mindestens von 1496 an bis 1509) in Padua und nach der Eroberung dieser Stadt durch das Heer der Liga von Cambrai in Venedig gelebt hatte. Diese Thatsachen, für welche ich nur einfach auf die verschiedenen Biographien Levita’s verweise (als die zuletzt erschienene sei die von mir für die Allgemeine Encylopädie von Ersch und Gruber verfasste genannt) lassen die An־ gaben Pellikans über das Leben Levita's als nicht auf wirkhcher Kenntniss der Daten, beruhend erscheinen, trotzdem er dieselben mit tliatsachlichen geschichtlichen Begebenheiten in Verbindung setz!־. Die ,,Markgräfin von Brandenburg“, von welcher Pellikan spricht, war Anna, die "VVittwe des Chur״ fürsten Albrecht Achilles. ״An ihr hatten die Juden eine grosse Gönnerin; bei der Vertreibung derselben aus Nürnborg (1499) suchte sie ihnen, jedoch vergeblich, eine Zuflucht in ־Windsheim zu eröffnen und liess zu in grossen Leidwesen ihrer Enkel Kasimir und Georg in Heustadt a, A., ihrem Wittwensitze, Juden in grosser Masse zu, welche freilich sofort nach dem Tode der Clmiftirstin (1515) ausgeschafft wurden“ 1)- Die von C. Pellikan erwähnte Vertreibung fand also kurz nach seinem Aufenthalte in Neustadt an der Aisch statt; nur bezeichnet er irrthümlicli Kasimir, den Enkel Anna’s, als .ihren Sohn. Unter den im Jahre 1515 Vertriebenen habe sich nach Pellikans Angabe auch Elija'Levita befunden. Doch von dieser Angabe ist ebensoviel zu halten, wie von 0 S. Haenle, beschichte der Juden im ehemaligen Fürstenthnme Ansbach, Ansbach 1867, S. 19.