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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 9 · p. Seite 397

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 9
Article
Über einige dunkle Punkte in der Geschichte der Juden
Date
1893-01-01
Page
Seite 397 (sequence 3)
Language
German
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Dunkle Punkte in der Geschichte der Juden. 397 die Legende deutete, dass der Himmel dem zu jugendlichen Oberhaupte an jenem merkwürdigen Tage eine Reihe von weissen Haaren an seinem Barte entstehen liess, damit er einem Siebziger ähnlich sehe. In der Timt haben doch diese Worte keinen anderen Sinn als den, dass R. Eleasar von sich sagt, er habe ungefähr siebzig Jahre. Wenn dem so ist, hat R. Eleasar noch gegen fünfzig Jahre nach seiner vorüber־־ gehenden Erhebung gelebt. R. Josua seinerseits stand wohl dem Tribunale vor, nach dem Tode R. GamlieTs und während der Minderjährigkeit Simeon’s, welcher allein von den zahlreichen Kindern seinen Vater überlebte. Die Unterredung R. Josua’s mit Kaiser Hadrian und seine Reise nach Alexandrien sind unbestreitbare Thatsachen, und er ist wohl vor dem Ausbruche des Bar-Kochba-Krieges gestorben. Anders verhält es sich mit R, Eleasar ben Asariah. Allerdings findet sich nirgends eine Spur davon, dass er wie R. Akiba zu den Aufwieglern gehörte, welche nach den vom Kaiser leichtsinnig gegebenen und nicht gehaltenen Ver־ sprechungen umherreisten, um den Aufruhr zu predigen, aber er lebte noch, vielleicht in Jabneh, als der Krieg ausbrach. Er war jünger als Chananjah, der Bruder-Sohn R. Josua’s, welcher, bekanntlich von seinem Oheime einer Neigung znm Christenthume verdächtigt, nach Babylon geschickt wurde, wo er während des Krieges und noch lange nach demselben verweilte. Beide gaben einen Bericht im Namen des R. Eleasar aus Modein, des Oheims Bar-Kochba’s, welcher sich mit seinem Neffen in Betar eingeschlossen halte 1 2). Dies ist mindestens eine Andeutung, dass R. Eleasar mit der Familie des Anführers in Bezieliung stand. Herr Hamburger, in seinem scharfsinnigem Werke-) über die Bar-Kochba-Münzen, spricht die Vermuthung aus, dass der auf einer Münze sich befindende Name אלעור הכהן unser Eleasar sein könne. Nach R. GamlieTs und R. Jos aas Tode, und während der Erbe Gamliels sich versteckt hielt, war wohl, neben Simon, der Sohn Asaria’s der Einzige, in dessen Namen die Massen, welche sich im heiligen Lande zusammenschaarfen, zum Kampfe berufen werden konnten. Es bedurfte dazu keineswegs der ausdrücklichen Zustimmung R. Eleasar’s. Aber nach der Niederlage war R. Eleasar nichts destoweniger durch diesen Umstand der Gefahr ausgesetzt und wahrscheinlich wurde von den römischen Herrschern auf ihn 1) Scliebuoth 35b. Da Chananjah zuerst genannt wird, so war er wohl nach einer bekannten Regel des Talmuds der Äeltere. 2) S. 71.

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