Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Der Stammbaum des R. Eleasar Fleckeles
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 385 (sequence 8)
- Language
- German
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Der Stammbaum des E. Eleasar Fleckeles. 385 Durch diese seine Grossmutter ward R. Eleasar Pleekeles der Familie Brandeis verwandt, in der durch fast ein Jahrhundert das Rabbinat vom Vater auf den Sohn forterbte. Von ihren Brüdern, die in polnischen Gemeinden das Rabbinat bekleideten, war ihm aber namentlich nur Einer, R. Jakob Brandeis bekannt. Durch ihn ward er der Vetter des R. Mose Brandeis, eines Sohnes desselben, der in der Schule des scharfsinnigsten Talmudlehrers seiner Zeit, des R. Abraham Broda, die Grundlage zu seinem Ruhme legte, der ihn unter dem Namen des R. Mose Charif auf seine Schwingen nahm. Zum Schwiegersohn des reichen Pürther Klausgründers Gabriel Lewi ersehen, erhielt er das Rabbinat von Schnaittach mit dem Sitze in Fürth, von wo er zum Rabbiner von Jungbunzlau in Böhmen berufen wurde. Hier vermählte er sich in zweiter Ehe mit Rebekka, der Tochter des bekannten Prager Predigers R. Baruch aus der Familie Austerlitz 1). Nachdem er hier sechszehn Jahre als Rabbiner und Schuloberhaupt eine segensreiche Wirksamkeit entfaltet hatte, die er nur durch längere Besuche in Prag zum Zwecke von Lehrvortiägen unterbrach, wurde er zum Rabbiner von Mainz berufen, wo ihm noch eine Thätigkeit von 34 Jahren vergönnt war, bis er Mittwoch, den 24. Juni, am 27. Sivan, des Jahres 1767 sanft, wie er gewirkt und gelehrt hatte, verschied2 *). Im Rabbinate von Jungbunzlau war ihm sein Sohn R. Bezalel gefolgt, der an Einem Tage mit dem Vater noch vor dem Abschluss des 40. Lebensjahres verstarb ׳*). Die Katastrophe, die 1745 über die Prager Gemeinde hereinbrach und seine Familie so hart betraf, sollte am Furchtbarsten in das Leben dieses Mainzer Rabbiners selber ein greifen. Als nach Abzug der Preussen die beutelustige entfesselte österreichische Soldateska wieder in Prag einzog, war eines der ersten Opfer ihres durch Mord und Verwundungen bezeichneten Raubzuges durchs Prager Ghetto R. Gabriel Brandeis, der Sohn des Rabbiners von Mainz, der damals bereits dem Rabbinate von Prag als Belsitzer angehört hatte4). Ein dritter Sohn R. Mose’s war Jakob 1) Kaufmann, die letzte Vertreibung p. 173 n. 3. 2) Diese Mittheilungen über R. Mose Brandeis aus dem mittleren Memorbuche der Gemeinde Mainz verdanke ich Herrn Rabbiner Dr. J. M. Bon di daselbst. ¬ף M. Grünwald, Jungbunzlauer Rabbiner, p. 16. 1111 Memorbuche von Mainz ist daher in dem Chronostich נדדה ולא כמלת zu rechnen : .[527 =] ולא נמות 111 0־ der jetzt der Bibliothek des jiid. theol. Seminars in Breslau gehörigen arg fragmentierten Chronik der Prager Vertreibung־ findet sieb, unter-