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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 8 · p. Seite 384

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 8
Article
Der Stammbaum des R. Eleasar Fleckeles
Date
1893-01-01
Page
Seite 384 (sequence 7)
Language
German
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384 Der Stammbaum des R. Eleasar Fleckeles. b. Bezalel, dem Gersouiden*), leitete nach der Fainilienüberlieferung den Namen Perls von Perl, der zweiten Gattin des hohen R. Löw ab, deren Kinder sich nach ihr als ihrer ehr״ würdigen Stammutter benannt haben sollen. R. Meir Perls ist aber auch zugleich der Geschichtsschreiber der Familie des hohen ß. Löw und seiner Brüder geworden, deren von ihm angefertigter Stammbaum eine der schätzbarsten Urkunden der jüdischen Familiengeschichte bildet. Mehr aber als durch diese seine eigene Aufzeichnung, in der er von seiner eigenen Person zu sprechen es nicht für angezeigt gehalten haben mochte, werden wir durch seinen Enkel R. Eleasar Fleckeles über die noch engere Verbindung belehrt, in die R. Meir Perls zur Familie des hohen R. Löw getreten war״ Noch auf der Tahnudschiile in Kalisch, als Meir noch zu den Füssen des grossen Lehrers R. Abraham Gumbinner gesessen hatte, war er mit der Tochter des Simon Brandeis, seiner Consine* 2), verlobt• worden. Als sie ihm später nach Böhmen als Gattin folgte, wurde ihr hier ungewöhnlich klingender Name Ruehama in den verbreiteteren Nechama verwandelt. Es sollte aber auch hier nicht dauernd ihres Bleibens sein; es war ihr nicht beschieden, an der Seite ihres Gatten in der böhmischen Erde zu ruhen. f Ihr Enkel überliefert, dass sie 1745 nach der Vertreibung der Juden aus Prag auf der Wanderung in Dessau zu Grabe gebracht worden sei. Ich vermuthe, dass sie mit ihrem Sohne Mose, der damals bereits Rabbinatsassesor von Prag und ein namhafter ethischer Schriftsteiler war, sich nach dem Reich gewendet hatte. 1748 versieht dieser nämlich ein Exemplar seiner ethischen, 1739 in Prag erschienenen Schrift Mischmereth ha-Bajit-h zu Brandenbürg als Prager Exulant mit einer Widmung für den dortigen Gemeindevorsteher Selig3 4). Er war offenbar damals bereits in der Heimkehr 21 ach Prag begriffen, wo er in der Nacht auf Sonnabend, den 22. Schewat 1757, verstarb^). J) S. Zunz, Gesammelte Schriften, 3, 198. 2) Er nennt Simon: העל דודתי. Vgl. Hock, a. a. 0 , p. 53. Hiernach hätte der im Jahre 1666 geborene R. Meir Perls seinen 1665 in Prag verstorbenen Schwiegervater Simeon Biandeis nicht gekannt. Von einer Tochter Simeons, die wohl bei einem ihrer Brüder zu Polen erzogen worden sein musste, erwähnt R. Meir im Stammbaume Nichts. Oder sollte die Wittwe Simeons in Polen nochmals sich verlieirathet haben und R. Meir’s Er au nur eine Halbschwester der polnischen Rabbiner Brandeis gewesen sein? 3) Dr. J. Perles in Frankels Monatsschrift 15, 231 f. 4) Hock,;1. a. 0., p. 281.

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