Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Beiträge zur rabbinischen Sprach- und Alterthumskunde
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 360 (sequence 5)
- Language
- German
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&60 Zur rabbinisclien Sprach־ u. Altertkumskunde. Mesene, der für diesen Ort im Talmud keinen Beleg beibringt, nachzutragen ist. Zu dieser Auseinandersetzung passt auch die Stelle Erubin 53 b: ר׳ אב הו כי הוי משתפי בלשון חכמה הוה אמר הכי ופשו לי בהן (Var.אתריגו לפחמין ארקיעו לצהבין (אתריגו־ארקיעו לי שני מגירי בפלטה וכוי• B. Abbahu pflegte in diplomatischer Geheimsprache (RascM z st.: לשון חכמה שלא יבינו האחרים, vgi.Aruchs.v. רקע) zu sagen: Zerbrechet die Kohlen (oder machet sie glühend rotli) und glättet die Goldstücke (d. 11. schmelzet Gold bei Kohlenfeuer zu Goldstücken), damit mir daraus zwei geheime Für- Sprecher (die Erklärung des Rasch und der Commentare: ״da•־ mit mir zwei Hühner auf Kohlen gebraten werden1‘, befriedigt nicht) gemacht werden, d. h. damit ich mit dem Golde zwei einflussreiche Männer, ähnlich den oben genannten drei Ehe־ toren oder Advokaten, zu geheimer Fürsprache bestechen könne. Auch in der weiteren Stelle Erubin daselbst: אמרי ליה לר׳ אילעאי הצפיננו היכן ר׳ אב הו אמר להן נתיעץ במכתיר והגניב למפיבשח ist nicht mit den alten Commentatoren unter מכתיר R. Jockanan oder der ordinierende Nasi und unter מפדבשת ein Gelehrter, bei dem sich R. Abbahu verborgen hielt, gemeint, sondern eher eine Anspielung auf zwei politische Persönlichkeiten zu suchen. R. Abbahu pflog Rath mit einem ״Kronenträger“, ״Würdenträger“ und hat sich nach dem Süden begeben zu einer hervorragenden Persönlichkeit, deren Names ich unter der Bezeichnung מפיבשת barg. Mephiboseth als Prinzensohn ist eine passende Bezeichnung für einen hochgestellten noch zu ermittelnden Zeitgenossen R. Abbahu’s. Schon JML A. Schatzkes, Hamafteach, I., zu Berach 4a hat auf die typische Bedeutung des Namens Mephiboseth und anderer Namen hingewiesen. Ulla b. Ko sehe w5 der vor den Nachstellungen der Zenobia sich za R. Josua ben Lewi nach Lydda rettete, (vgl. Terumoth VIII., hal. 10) ist verniuthlich identisch mit R. Hai, von dem' Erubin, a. a. 0״ R. Abbahu, nach dem Aufenthalt desselben befragt, aussagt: עלץ בנפרה אהרונית אחרונית פיתית והנפירתו אמרי לה א שה ואמרי לה מסכתא, wo sich נערה אה רונית auf die wegen ihrer Sittenstrenge berühmte Zenobia, eine priesterliche Trau (״Sie gestattete Umarmungen ihrem Gemahle nur der Nachkommen- Schaft wegen. War ihre Hoffnung getäuscht, so wurde im folgenden Monate das Experiment wiederholt“, Gibbon II, 21) beziehen kann. Die Namen Ulla und Ilai wechseln oft mit einander, vgl. Frankel, Einleitung in den jerus. Talmud, 75b. 120a.