Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Beiträge zur rabbinischen Sprach- und Alterthumskunde
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 3)
- Language
- German
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358 Zur rabbinischen Sprach11 ״. Alterthumskunde. Etymologien und verschiedenen Bezeichnungen des Namens Nebacadnezar in Zeitschr. der deutsch, morgenl. Ges., XXVI, 99. 115. 124. 165 (Anpasadusis, Anaksa, An-ak-ku-ku-ri-sis) und Gittin 14b $הן אמה וכובעיהן אמה, in welchem Ausdrucke Aruch 2דבר kleine und R&schi merkwürdigerweise: grosse Menschen wiederfindet, wodurch Schatzkes Mafteach, I, 99 zu einer irrigen Auffassung der Stelle Moed Kat. 18 a veranlasst wird, während Leon de Modena im הבונה das Richtige hat. — Unter dem Nebacadnezar, dem nach Midrasch zu Esther 1, 3 die Decumani und Augustani die Zerstörung des Tempels angerathen hatten, birgt sich nach Sachs5 richtiger Vermuthung (Beitr. I, 113) die Anspielung auf Hadrian, unter dem Nebucadnezar des Buches Judith, ist Trajan verborgen, (Qraetz Gesch., IV2, 132, vgl. auch Kohut in Jewlsh quaterley Review UI, 550). Die obengenannte Zenobia war Gattin des Odenath, derselbe wird in jüdischen Quellen פפא בר נצור genannt (Graetz, IV, Note 28). נצור war der Name eines seiner Urahnen. Auf einer hei Mommsen, röm. Geschichte, V, 427 citirten Grab- Schrift wird Septimios Odänathos, Sohn des Hairanes, Enkel des Vaballathos, Urenkel des Nassor genannt (vgl. Berliner, Magazin, XY, 51—52). Auch der unmündige Sohn der Zenobia, für den sie die Regierung führte, hiess Vaballathos oder Athenodorus (vgl. Gibbon, Verfall des röm. Weltreiches, deutsch. Übers., Leipzig 1862, II, 23. Monunsen V2, 436, Note 4 und 441, Note 5). Vaballathos lautet im Falmyrenischen והבלת nach M. A. Levy in der Zeitschr. der deutsch morgenländ. Ges., 18,93 — Geschenk Gottes und entspricht nach rabbinischer Schreibung dem in Talmud einigemal (Sabbath 129a. 156b. Ab. Sara 30a. jer. Sabb. KI, hal. 1, und Beza II, hal. 5) genannten אבלט, einem hochstehenden Nichtjuden, der mit Samuel und Levi ben Sisi, die beide um die Zeit der Zenobia lebten, freundschaftlich verkehrten. Er vermeidet die Berührung eines Weingefässes, um den Genuss des Weines Samuel nicht unmöglich zu machen and richtete an Levi b. Sisi eine Anfrage religiöser Natur. Aus der Antwort Levi5s: ״Ist es Dir gleic-hgiltig, wenn ein Eunuch Deine Frau umarmt?“ ist ersichtlich, dass Vaballathos verheirathet war. Bei Rabbinowicz, Variae lecfciones, wird zu Sabbath 156 b auch die Lesart אנבלט, wahrscheinlich aus אובלט entstanden, verzeichnet. Die alten Oommentatoren und auch Rapaport, Erech Millin s. v־., halten Ablat für einen Gelehrten, was jedoch aus dem Talmud nicht hervorgeht. Er scheint eher ein an wissenschaftlichem Verkehr Gefallen findender vornehmer Palmyrener gewesen zu sein.