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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 8 · p. Seite 346

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 8
Article
Neutestamentliche Studien
Date
1893-01-01
Page
Seite 346 (sequence 2)
Language
German
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346 Neutes tarn entliehe Studien. handelnder Midrasch kann auch erst rechten Aufschluss geben über die an die vorerwähnte Stelle 3, 13 unmittelbar sich anschliessenden Yerse 14 und 15: ״Und gleich wie Moses die Schlange erhöht hat in der Wüste, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an. ihn glaubt, ewiges Leben habe“. H. Holtzmann bemerkt dazu: ,,Der Uebergang zu 14 ist noch immer Gegenstand planlosen Rathens“. Indessen kann Rath geschafft werden, wenn man die Haggada befragt, die für seinen Zweck zu verwerthen dem Evangelisten wesentlich am Herzen lag und die er deshalb schwerlich mit Lut har dt, S. 26, als ״rabbinisch-midraschistische Deuteleien, welche vor lauter Jagd nach scheinbarer Geistreichheit geistlos werden“ angesehen haben dürfte. Was nun zunächst den zweiten Theil des Satzes betrifft, so erinneren die Worte iva KäQ 6 ׳rcicrcsucov de aötov jjl׳/] arcoXYjxat zu deutlich an die im Barnabasbriefe, c. 12, bei demselben Bilde gebrauchten %od 8X71:caaT0> raaxsoaas, dass nicht dort wie hier dieselbe, den Glauben betonende Haggada zu Grunde liegen sollte, worüber ich mich in der Abhandlung ״Zur Erklärung des Barnabasbriefes‘1 in meinen ״Religionsgeschichtlichen Studien“, S. 123, weitläufiger ausgelassen habe. (Vgl. auch Hilgenfeld, Barnabae epistula, S. 112). Nicht minder aber ist v. 14 auf die Erklärung durch die Haggada angewiesen. Die Ausleger haben allerdings erkannt, dass mit o^&öv eine doppelte ״Erhöhung“ ausgedrückt ist, nämlich die Erhöhung ans Kreuz, sodann die Erhöhung zur Herrlichkeit. Auf die Erhöhung im Allgemeinen ist der Evangelist durch das avaßeßr^/ivat in. v. 13 vermöge der Ideenassociation hingeleitet worden, wobei er denn gleich Anderen (Barnabas, Justin) von der Aufrichtung der Schlange, als einem Typus, Gebrauch machte. Aber die Frage ist: wie ist der Evangelist auf das Wortspiel — denn ein solches liegt ja vor — gebracht worden? Dieses war ihm so sehr Absicht, dass er deswegen dem Verbum mpoöv Gewalt angethan, da dasselbe wohl ״erhöhen“ im moralischen Sinne, im Gegensätze zu ׳carceivoöv, nicht aber ״authängen“ bedeuten kann 1). Augen־ scheinlich liegt hier ein hebräisches oder aramäisches Wort zu Grunde, welches diesen Doppelsinn besitzt. Wie nun, wenn sich dieses bereits im Midrasch zu einem Wortspiele in einem die Stellung des Sohnes behandelnden Gleichniss angewendet findet? Hat man alsdann nicht allen Grund zu der Annahme, 1) II. Holtzmann, der das (fegentheil behauptet, kann doch nur Belegstellen aus dem JS1T anfiihren. Aber dieses weist ja überall auf aramäischen oder hebräischen Sprachgebrauch zurück.

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