Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 5)
- Language
- German
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Emancipations-Bestrebungen in Breslau. 335 der Yater solche wo anders hinschieken könne, und der Talmud sei allerdings auf eine gute Weise zu lehrend Zimmermann fügte noch hinzu, ״dass in ^er Wilhelmsschule keine Schriftgelehrte erzogen, sondern nur ein Begriff: was Talmud sey, und einige Erklärungen darüber, was jeder eigentlich wissen muss, da es ein Hauptbuch ihrer Religion sei, gelehrt werden solle.“ Aber das war es ja gerade, womit die Frommen sich nicht begnügen wollten;'und so entstand bereits der erste Zwiespalt, bevor noch Löwe selbst angekommen, bevor noch die Schule selbst ein geweiht, der eigentliche Unterricht eröffnet war. Dies liess jedoch nicht mehr lange auf sich warten. Am 15. Januar 1791 erschien die öffentliche Aufforderung des Directionscollegiums an die Eltern, ihre Finder zum Unterrichte in der Wilhelmschule anzumelden, in der ״ausser der Bibel und dem Talmut noch Deutsch und Französich, Polnisch, Rechnen und Schreiben, Geschichte, Lancles-Kenntnisse und Natur - Wissenschaften gelehrt werden soll“ Die Kinder durften nicht unter 6 Jahren sein und sollten je nach der höheren Klassenzugehörigkeit 15 Silbergroschen bis 1 Reichsthaler monatliches Schulgeld zahlen;. Arme waren frei. Die Neuheit der Sache und das offenbar vorhandene Bedürfniss einer solchen Anstalt zog mächtig an, und es meldeten sich 120 Knaben, darunter 40 Freischüler. Auch die Wahl der Lehrer wurde getroffen. Schon gleichzeitig mit Löwe hatte das Collegium zum zweiten Hauptlehrer Michael Elkana Engel gewählt, der früher an der bekannten Triester Normalschule unterrichtet hatte; Hoym hatte ihn unter Yerleihung des Inspektortitels bestätigt.1) Alle übrigen Lehrer sollten nur probeweise als ״blosse maitres“, teils als Lehrer, teils als Unterlehrer angestellt werden. Als das Collegium gleichzeitig mit dem Aufruf an die Eltern zur Meldung für diese Lehrerstellen aufforderte, liefen zahlreiche Anstellungsgesuche ein2); die 1j St. A., St. Br. II, 71 p. 2) G.-A., Die Anstellung der Lehrer betr. I. Unter den sieh Meldenden befand sich auch Moses Hiischel, der in einem originellen von Einbildung und Eigenlob strotzenden Schreiben sich Hoym noch