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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 7 · p. Seite 333

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 7
Article
Die ersten Emancipationsbestrebungen der Juden in Breslau
Date
1893-01-01
Page
Seite 333 (sequence 3)
Language
German
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Emancipatiöns-Bestrebungen in Breslau. 333 Zeit die Nachricht von der baldigen Errichtung der Wilhelmsschule sich in Berlin verbreitete. Ein Freund und Gönner Lowes, Meier Warburg1) mit Namen, empfahl ihn, da er als Mensch wie als Gelehrter gleich geeignet sei, zur Leitung der Schule dem Grafen Hoym. Nach persönlicher Vorstellung und vorzüglich bestandener Prüfung wurde er von diesem, im Einverständnis mit dem Schulkollegium, zum Oberlehrer (d. i. Direktor) und ersten Inspektor der neuen Anstalt ernannt. Es ist unzweifelliaft, dass bei seiner Wahl auch die Breslauer Aufgeklärten mitgewirkt haben, und in der That war er ja ganz ein Mann nach ihrem Sinne und ihren Anschauungen, wie sie in ihrem Namen von Schummel und Zimmer mann in jenem Schulplane niedergelegt waren. Auch dem übrigen Teil der Breslauer Gemeinde war der neue Direktor nicht ganz unbekannt; seine Commentare waren auch hier geschätzt und verbreitet, der Meassef wurde auch hier gelesen2), aber bei den am Herkommen starr festhaltenden Überfrommen trat die Hoch- .achtung gegen den Gelehrten zurück vor der Purcht und Abneigung gegen den Aufklärer, und sie waren durchaus nicht damit einverstanden, dass man einem Schüler und Freunde eines Mendelssohn, eines Wessely, eines Homberg, die Erziehung ihrer Kinder, ״die Zukunft Israel sct, an vertrauen wollte. Wussten sie doch auch sehr genau, dass vor Allem das einseitige Studium des Talmuds, die einseitige Abhängigkeit von ihm und die Vertiefung in ihn es waren, wogegen die Measfim ihre spitzen Pfeile richteten, und gerade hier zeigte sich ja der tiefgehendste Gegensatz zur Partei der Frommen, denen der Talmud, das Wort der Rabbinen, an Heiligkeit nicht nachstand hinter der Bibel, dem Worte Gottes. Ein Mann aus diesem Kreise sollte nun Religion, sollte Bibel, sollte Talmud ihre Kinder lehren! Ein Mann, der schon in seinem äusserlichen Benehmen und Gehaben von 8 (נt. A., M. R. XV, 10a: b. — Er war Vorsteher der ans dem Meas״ fim-Iireise und ihren Bestrebungen hervorgegangenen Gesellschaft der Freunde in Berlin. Vgl. Besser, Ges. d. Freunde in Berlin, S. 12. 2) Man vgl. die Abonnenten an gaben im Meassef und in den Lowesehen Arbeiten.

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