Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Neutestamentliche Studien
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 300 (sequence 4)
- Language
- German
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300 Neutes tarn entliehe Stadien. gefisten hervortritt. Bei jenen dient das Grüne zur Streu, xai iaTpo>vvD0v h 60(j> (81$ x7jv 08öv), dagegen sagt der letztere : l'Xaßov ׳ca ßata xeov סנןcvcxtöv, xal e£7jX00v 81 g 67cavxYja1v at>t(j>, ״sie nahmen die Palmenzweige and zogen ihm damit entgegen.44 Also nicht zur Streu dienen die Palmenzweige, sondern der Vorgang entspricht der Vorschrift Lew, 23, 40 ״Und ihr sollt euch am ersten Tage (des Laubhüttenfestes) Palmzweige nehmen44, d. h. in die Hand nehmen. Man wird daher nicht mit der Annahme fehl gehen, dass der Evangelist beabsichtigte, die Feierlichkeit bei dem Einzuge Jesu als die Erfüllung des Laubhüttenfestes darzustellen, welches sonst das einzige alt» testamentliche Fest wäre, das in der Darstellung des 4. Ev. nicht zum Ausdruck käme. (Heber das Pfingstfest ygl. weiter unten). Was es aber damit für eine Bewandtniss hat, kann wieder erst durch den Rabbinismns aufgehellt werden. Nach einem weitverbreiteten Midrasch nämlich (Bubers Pesikta, Cap. 28, p. 180. Tanchuma, Emor gegen Ende und sonst) sind die am Laubhüttenfeste in Verwendung kommenden Palmzweige Symbole des Sieges, welcher am unmittelbar vor» angegangenen Versöhnungsfeste durch die göttliche Sünden- Vergebung über die Ankläger davongetragen wurde. Da nun der Opfertod Jesu nach der Auffassung und Darstellung der Evangelien nicht allein das alte Passah, sondern auch das Versöhnungsfest einschliesslich des darauf vorbereitenden Neujahrsfestes vertritt (die also insgesammt als durch den Opfertod Jesu erfüllt angesehen, daher nicht weiter besprochen werden), so schien es dem 4. Evangelisten passend, der Auffassung des Midrasch entsprechend, auch die Palmen des Laubhüttenfestes als Zeichen der sündenvergebenden Wirkung des Versöhnungstodes Jesu mit dem letzteren zu verbinden. Natürlich musste nun aber die Reihenfolge umgekehrt und der Gebrauch der Palmen vor die Versöhnung durch den Tod Jesu verlegt werden, da mit demselben seine irdische Geschichte, d. h. die Zeit der Erfüllungen, aufhörte und also für die Einflechtung der Palmen sich keine Gelegenheit bot. Nur das Pfingstwunder der Apg. 2, welches augenscheinlich der Antitypus der sinai tischen Offenbarung sein soll, konnte angemessener Weise — als Ausgiessung des heiligen Geistes — unmittelbar hinter den Tod Jesu verlegt werden. Es ist nun allerdings auffallend, dass der 4. Evangelist, der den ganzen jüdischen Festcyklus, wie gezeigt würde, für seine Darstellung des Lebens Jesu benutzt, das Pfingstfest übergeht. Ich erachte es daher für wahrscheinlich, dass, da ohnehin in der Nachschrift