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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 7 · p. Seite 299

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 7
Article
Neutestamentliche Studien
Date
1893-01-01
Page
Seite 299 (sequence 3)
Language
German
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ISTeutestamentliclie Studien. 299 Gotteshaus tragen würde, ־und das Tragen gehört zu den von Godet II, S. 214 auf dreissig bezifferten Arbeiten, die am Sabbath untersagt sind, deren aber nach der Mischnah Sabb. 7, 2 neununddreissig an der Zahl sind. Ist es nun zufällig, dass bei dieser Krankengeschichte gerade das Tragverbot im Vordergründe steht (indem die Juden darüber, dass der Geheilte sein Bett trägt, sich beklagen)? Fiel Purim damals auf den Sabbath, so hatte die übrigens nur hier vorkommende Verspottung des Tragverbotes, da dieses die Verschiebung der religiösen Feier nöthig machte, ihre actuelle Bedeutung. Für das Zusammentreffen aber von Purim und Sabbath scheint, nachdem im Anfänge des Capitels gesagt war, [rem Taöxa 7jy soprij tcqv M.od80uojv5 die Wendung zu sprechen fjV es adßßocxov ev sxecV(] Tfl ^spo[«, da es der Sabbathheilung 9, 14 schlechtweg heisst 7]v os aaßßaxov. Jedenfalls ist auch hier ein Eingehen auf die rahbinische Ausgestaltung des Judenthums nicht zu verkennen, woraus sich vielleicht auch erklärt, dass der Evangelist gerade dieses Fest nicht namhaft macht. Denn hei Purim denkt man, wie beim Fasching, zunächst nicht an eine ernste Feier. 6) Beachtenswert!! ist ferner die Schilderung von dem Einzuge Jesu in Jerusalem in der Passahwoche vor seiner Hinrichtung. Der Wochen- und Monatstag dieser Begebenheit ist unbestimmt, die Charwoche ist das Ergehniss einer künstlichen Construction, wobei man die Erfüllung typischer Bestimmungen des AT im Auge hatte. Indessen scheint doch, wie die kirchliehe Tradition auch annimmt, der Sonntag als der Einzugstag gemeint zu sein, wenngleich diese Annahme mancher Schwierigkeit begegnet (H. Holtzmann, S. 143). Zunächst aber interessiert uns die Feierlichkeit hei der Einholung. Während nach Mt. 21, 8 und Marc. 11, 9 das Volk bei dieser Gelegenheit Baumzweige oder Laub benutzt, gebraucht es nach dem 4. Ev. 12, 13 Ta ßaia tcöv yolvfottüv, die Zweige der Palmen. Daher der Palmsonntag. Es kann kein Zweifel sein, dass der Evangelist mit dem zweimaligen bestimmten Artikel nicht sagen will, sie nahmen Zweige von den gerade am Wege befindlichen Palmen, als wäre ihnen der Einfall gerade jetzt durch den Anblick der letzteren gekommen (Lut har dt, Godet), sondern dass er die am Laubhüttenfest in Verwendung kommenden Lulabin im Auge hat, als welche mau absichtlich für die Einholung in Gebrauch nahm. Diese Auffassung erhält ihre Bestätigung noch durch einen anderen, von den Auslegern nicht beachteten Unterschied, der zwischen den Synoptikern und dem 4. Evan- 20*

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