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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 7 · p. Seite 298

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 7
Article
Neutestamentliche Studien
Date
1893-01-01
Page
Seite 298 (sequence 2)
Language
German
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298 Ne u teatarne 11 tliche S fcudi 0n. auftreten zu lassen. Wenn nun auch an eben der Stelle, wo des Chanuckafestes Erwähnung geschieht, nicht von Licht die Rede ist, so können doch Stellen wie 12, 35: ״Es ist das Licht noch eine Meine Zeit bei euch u. s. w.<c, 36: ״Glaubet an das Licht u. s. w.<c, 46: ״Ich bin gekommen in die Welt ein Licht u. s. w.a ursprünglich hier, im Zusammenhänge mit Chanuka, ihren Platz gehabt haben (wie denn manche Aus־ leger auch 4, 35, 36 nicht an ihrem ursprünglichen Orte stehend erachten), oder der Evangelist begnügte sich, die An־ Wesenheit Jesu in Jerusalem während des Chanuckafestes zu constatieren, dem Leser überlassend, die verschiedenen Lichtstellen damit in Zusammenhang zu bringen, da er ohnehin nicht SewtTW-ws verfährt, sondern, auf das Verständniss des kundigen Lesers rechnend, es bei Andeutungen bewenden lässt. 5) Während hier und an anderen Stellen das Fest namhalt gemacht wird, von welchem die Rede ist, heisst es 5, 1 unbestimmt: ״Danach war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem,“ Da aber bei diesem Evangelisten die Thätigkeit Jesu in geschlossenem Yerlauf geschildert wird und im folgenden Capitel 6, 4 bereits vom Passah die Rede ist, so hat die Annahme zahlreicher Ausleger, dass unter dem nicht namhaft gemachten Feste Purim zu verstehen sei, alle Wahrscheinlichkeit für sich. Was nun hier erzählt wird, passt wenig zu dem zwar mit Wohlthätigkeitsacten, aber doch wesentlich mit Lustbarkeiten gefeierten Purimfeste. Jesus sucht die Kranken, Blinden, Lahmen u. s. w. in den Hallen am Bethesda-Teiche auf. Aber ist nicht die Hervorhebung des Gegensatzes, welcher darin hervortritt, dass Jesus während der Lustbarkeit der Purimfeier zu den Bresthaften geht, beabsichtigt? Godet II, S. 214 bemerkt indessen: ,,Jesus geht auf den Geist des Festes [als eines Wohlthätigkeitsfestes] ein“, was auch möglich. Bemerkenswerth ist hier die Heilung des Kranken und der Zuruf an denselben: ״Stehe auf, nimm dein Bett und wandele!“ Nun heisst Bett (und zwar gerade xpaßatoc, Ruhebett) chaldäisch, wie im Talmud häufig, פוליא (^opeiov), ebenso aber lautet auch der chaldäische Name für Purim. Jesus wird gesagt haben: קום טול פוליא דילך וטייל, wobei die Anspielung auf Purim kaum überhört werden konnte. Allerdings fand der Vorgang am Sabbatk statt, aber Purim konnte vor Einführung des jetzigen jüdischen Kalenders auch auf einen Sabbath fallen (M. Megill. I, 2), wenn auch alsdann die Verlesung der Estherrolle verschoben wurde. Letzteres hat seinen Grund in dem sabbath־ liehen Tragverbot, denn man besorgte, dass man die Rolle in’s

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