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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 7 · p. Seite 297

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 7
Article
Neutestamentliche Studien
Date
1893-01-01
Page
Seite 297 (sequence 1)
Language
German
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297 Neutestamentliche Studien. Von Oberrabbiner Dr. M. Güdemann in Wien. Das IV. (Johannes-) Evangelium und der Rabbinisinus 4) Wie während des Laubhüttenfestes, so befindet sich Jesus laut 10, 22 (wovon wiederum die Synoptiker nichts wissen) auch während des nach H. Holtzmann (S. 131) ein ״Vierteljahr“ (!), nach jedem Taschenkaiender zwei Monate später fallenden Chanuckafestes in Jerusalem. Als Grund seines Erscheinens geben die Ausleger an, er habe noch einmal einen. Versuch mit den Juden machen wollen. Aber warum gerade zu Chanucka? Der Aufenthalt am Laubhüttenfeste mochte gewählt sein, weil es ein Wallfahrtsfest war und Viele nach Jerusalem zog, aber Chanucka ist gar kein Pest im eigentlichen Sinne, wenn es auch bei Joseph. Antt. XII, 7, 7 koprq genannt wird. Während es für das eintägige Purim einen besonderen Traktat yler Mischnah und des Talmud giebt, ist in beiden von Chanucka nicht viel die Rede. Die acht Tage, welche es dauert, sind — selbstverständlich mit Ausnahme des Sabbaths, oder der Sabbatke — Werkeltage und ihre Feier besteht allein im Anzünden von Lichtern. Die Frage aber beantwortet, sich auf dem im Vorstehenden bereits bezeichneten Wege leicht. Da der Evangelist das Judenthum bis in seine rabbinische Ausgestaltung verfolgt, so durfte er sich auch das Cbauuckafest, das eine rabbinische Institution ist, nicht entgehen lassen, um dem Typus desselben Jesus als Antitypus entgegenzustellen. Man bemerke, wie oft gerade er des ״Lichtes“ als eines Bildes sich bedient. Godet I, 119 hat ausgerechnet, dass das ״Licht“ 23 Mal hei ihm vorkommt, was in der Synopse nicht entfernt der Fall ist. Veranlassung genug, um Jesus an dem mit Lichtern gefeierten Chanucka in Jerusalem Monatsschrift. 37. Jahrgang. 20

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