Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Neutestamentliche Studien
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 256 (sequence 8)
- Language
- German
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256 Neutestamentliclie Studien. heisst, worunter der 8. Tag zu verstehen ist und womit die Bemerkungen Pölzl’s (Com. zu Job., Graz 1882, S. 219) und seiner Gewährsmänner sich erledigen. Mit dem Beisatz x־{j [js^aXxi ist nicht auf ״Hoschana rabba“ angespielt, welches nicht einmal der Talmud kennt, noch der Tag gemeint, ״der am herrlichsten war“, wie Luther übersetzt, noch auch, wie Luthardt und H. Holtzmann erklären: ״sabbathlichen Charakters, mit besonderer Yersammlung und Bestopfern gefeiert“ (obwohl dies an sich richtig ist), sondern es ist damit der Tag gemeint, der wieder ״gross“ war, nämlich יום טוב im Unterschiede von יחולו של מועד den sog. Halbfeiertagen. Diesen Tag wählte Jesus mit Recht für seine auf das Wasserfest bezugnehmende Ansprache, da dasselbe bis zu diesem Tage reichte. Uebrigens beobachtete man noch am Ausgange des achten Tages gewisse Zeichen, aus welchen man die Regen- Verhältnisse des Jahres ermessen zu können glaubte (Joma 21h, Baba batra 147 b), da das ganze Laubhüttenfest als die Zeit betrachtet wurde, in welcher Gott über ״das Wasser“ — also auch über das Trinkwasser, um hiermit noch einmal auf die Bemerkung H. Holtzmann’s zurückzukommen — seinen Richtspruch fälle (M. Rosch hasch. I, 2). Fasst man diesen Charakter des Hüttenfestes, als der Entscheidungszeit über das Wasser (׳(בחג נידונין על המים ins Auge, so gelangt man dadurch zu der meines Erachtens sehr wahrscheinlichen Erklärung des oben angeführten Satzes: ״Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, Ströme lebendigen Wassers werden aus seinem Leibe fliessen.‘4 Die Stelle kommt im AT nicht vor. Das Citat beginnt aber, wie die Aasleger richtig erkannt haben, erst mit dem Fachsatze: Ströme u. s. w. und ist auf den Anfang: Wer 11. s. w. bloss angewendet. Demnach wollen die Worte xaüwg s!7csv 7} so viel sagen, wie das übliche עליו הכתוב אומר, was mir richtiger zu sein scheint als Salkin son’s כדבר הכתוב. Die Ausleger geben nun verschiedene Stellen an, welche Jesus gemeint haben kann, ohne dass er sie wörtlich citierte. Ich erachte es für wahrscheinlich, dass Secharja 14, 8 יצאו מים חיים מירושלם gemeint ist, und zwar deswegen, weil in diesem Capitel mehrfach vom ה ג הבכות die Rede ist. Das seltsame ״Ströme lebendigen Wassers werden aas seinem Leibe (17. rrjs 7,01Xiocq cnirzob) fliessen“ Messe sich etwa auf folgende Weise erklären. Das Citat lautete statt מירושלם ungenau. מקרב ירושלם, allmälig blieb דרושלם als nicht zur Sache gehörig, weg, und aus מקרב wurde dann, da das Citat auf