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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 6 · p. Seite 253

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 6
Article
Neutestamentliche Studien
Date
1893-01-01
Page
Seite 253 (sequence 5)
Language
German
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Neutestamentliolie Studien. 253 vom Brode allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht“. (Bei Luc: ,,sondern von jedem Worte Gottes“, welche kürzere Fassung wohl zu beachten ist). Der Vers (VBM 8, 3) ist nach den LXX citirt, gegen deren Uebersetzung sich im Grunde nichts sagen lässt. ,מוצא פי ה kann wie מוצא שפתיך (das. 23, 24) mit pf/[ict, Wort schlechtweg, wiedergegeben werden. Die LXX suchen durch den epexegetischen Beisatz IxTcopeoopivcp cid axopaxo^ ©soö sich dem hebr. Ausdruck anzupassen. So auch Onkelos על כל אפקות מימרא דד.', wobei ich über das anti-anthroponiorphistische מימרא -wohl nichts zu sagen brauche. Was ist nun bei den Synoptikern mit dem Citat gemeint? Klar ist dies auf keinen Fall ausgedrückt. Der Satz kann sagen wollen : Gott ist im Stande, durch sein Wort Steine in Brod zu verwandeln. Er kann aber auch, wie alte Ausleger annehmen, die ,,geistliche Nahrungskraft des göttlichen Wortes“ betonen wollen (vgl. Chrys. Sovaxai 6 ׳üeos %a\ pvjpau ׳üps^ai xav 7ue1vä>vxau. Calov. ״ßevocat a verbo potentiae, quo lapides erant in panem convertendi, ad verbum gratiae, cui adhaerentes vivent, etiamsi pane careant“ bei Meyer, Krit. exeg. Handb. über die Ev. d. Mt., 7. Aull,). In ähnlicher Weise musste das ״Wort Gottes“ in der angeführten Bibelstelle für die Logoslehre herhalten, wie das Buch der Weisheit sagt: xd pyjjAa aot> zobc, aoi TccQxsoovtac Siaxrjpei und wie nach Philo die Bibel mit dem Manna tov ffsiov 07ך6ג als tyjv odpaviov 91Xo0־,sd[iovo<; ota־9־apxov tpo<pfjV bezeichnen will (Vgl. Siegfried, Philo von Alexandria, S. 24. 226. 319). Die hellenistische Auffassung von dem ״Worte Gottes“ macht die Annahme wahrscheinlich, dass die Synopse dasselbe in ähnlicher Weise verstanden, wenn auch nicht gerade auf den Logos bezogen habe. Aber diese Auffassung, die man ja als eine Art Midrasch ansehen könnte, ist durchaus unjüdisch. Pseudo-Jonath. übersetzt die betreffenden Worte unmissverständlich •על כל מה לאיתברי על מימרא דה׳, um jeden Zweifel daran zu beseitigen, dass es sich um materielle Nahrung handele, die allerdings Gott durch sein Wort auf beliebige Weise hervorbringen könne, um das Brod zu ersetzen. Eben so wenig weiss der Midrasch etwas von einer ״geistlichen Nahrungskraft des göttlichen Wortes“.J) Es ist nun sehr lehrreich, einen Vergleich anzustellen zwischen 1) Die von Wünsche, Neue Beitr. zur Erläuter. der Evv. zu Mt. 4,4!)eigebrachten Parallelen sind keine. Das Fasten Moses erklärt der Midr. Schern. 1\, c. 47, מדו השכינה ניזון. Das ist etwas ganz Anderes.

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