Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Schiur Komah
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Schiur Komah. 229 Litteratur ist viele Jahrhunderte hindurch nichts in die Christliehe Litteratur eingedrungen. Die Sache verhält sich vielmehr so, dass die muhammedanische Parallele ebenfalls auf das jüdische Schiur Komah zurückgeht. Die älteste religiöse Litteratur des Islam steht in vollständiger Abhängigkeit von der jüdischen. Die Arbeiten von Geiger, Gastfreund und Hirschfeld haben es bis zur Evidenz bewiesen, dass der Koran von jüdischen Ideen und Sagen durchtränkt ist. Muhammed’s Himmelfahrt ist nun nichts anderes, als eine Umarbeitung oder Adaptierung der jüdischen Apokalyptik, der Himmelfahrten des R. Ismael und namentlich .M 0 s e ’s, mit welcher sie sich besonders genau berührt. Aus denselben Kreisen ist auch das Schiur Komah zu den Anhängern des Islam gedrungen und nicht umgekehrt, wie Graetz angenommen hat. Das hohe Alter, das ich für diese Schrift nachzuweisen mich bestrebt habe, das Vorhandensein einer solchen anthropomorphistischen Darstellung von Gott bereits in den Schriften der ältesten Gnostiker, machen es unmöglich, den Ursprung des Schiur Komah erst in das VII—VIII. Jahrhundert zu verlegen. Es müsste erst nachgewiesen werden, auf welche Weise sich eine absolut ähnliche Vorstellung bei den Mugassima, unabhängig von jüdisch-gnostischen Einflüssen auf muhammedanischem Boden entwickeln konnte, um die Annahme zu rechtfertigen, dass es diesen Kreisen entnommen worden sei. Ja, was noch wichtiger ist, es müsste erst gezeigt werden, dass die Juden in jenem Zeiträume überhaupt etwas von den Arabern oder vom Islam angenommen haben. Das Stillschweigen des Sa ad ja und Maimonides darüber, die gewiss nicht verfehlt hätten, darauf hinzuweisen, ja das ausdrückliche Zengniss des Maimonides, der es den Byzantinischen Juden (Darschanim נ) zuschreibt, sind ebenso viele Beweise dafür, dass wir den Ursprung des Schiur Komah nicht im arabischen Schriftthum suchen dürfen. Hiezu kommt nun noch die angelsächsiche Parallele, die ebensowenig aus arabischen Quellen stammt, sondern unzweifelhaft auf unmittelbare lateinische und mittelbare byzantinische zurückweist. Von letzteren sind verhältnissmässig wenige Lucidarien bisher veröffentlicht worden. In einem rumänischen aber, cler ebenfalls auf byzantinische Quellen zurückgeht, glaube ich einen Ueberrest eines solchen Schiur Komah 1) Graetz, a. a. 0. p. 114: אחד דרשני} אלרום