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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 5 · p. Seite 228

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 5
Article
Das Schiur Komah
Date
1893-01-01
Page
Seite 228 (sequence 16)
Language
German
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228 Das Schiur Komah. furchterregender als die ganze Welt, sogar wenn sie an allen vier Ecken voll wäre von wilden Thieren, und jedes Thier zwölf Hörner und jedes Horn zwölf eiserne Aeste und jeder Ast zwölf Spitzen hätte und jede dieser Spitzen zwölftausend־ mal schärfer als ein Pfeil wäre, der von hundert und zwanzig Schmieden geschliffen worden wäre.u ״Und wenn sieben Welten gleich dieser an einander gereiht und voll von allem wären, das je im Himmel, auf der Erde und in der Hölle erschaffen ward, so würden sie doch nicht die Fülle des Lebens in der Mitte umfassen können. Gott kann in seiner rechten Hand allein alle Geschöpfe wie ein Stück Wachs drehen und zusammenpressen.a ״Und sein Gedanke ist rascher und schneller als das Y0n zwölftausend Heiligen, auch wenn jeder von ihnen zwölf Federkleider an hätte, und jede Feder zwölf Winde, und jeder Wind zwölf Schnelligkeiten hätte. ״Und seine Stimme ist mächtiger als die des gesamten Menschengeschlechtes und das Geschlecht der Thiere, auch wenn sie alle auf einem Berge vereinigt wären, dessen Länge gleich käme dem dreiunddreissigfaehen Umkreise der Erde; und wenn dort alles vereinigt wäre, was im Himmel, auf der Erde und in der Hölle ist, und wenn jedes Geschöpf, sowohl diejenigen die sprechen, als diejenigen die nicht sprechen, eine goldene Trompete im Munde hätte und aus jeder Trompete zwölf Töne erschallen würden, und jeder Ton höher als der Himmel und tiefer als die Kölle wäre, so würde der goldene Ton des heiligen Gesanges (Gottes) alle übertönen, so dass sie gar nicht gehört würden.“ 1׳j So weit diese angelsächsische Beschreibung Gottes, in welcher an Stelle der Buchstaben, Zahlen, überschwängliche Zahlen aus der Natur, getreten sind, um die Unermesslichkeit und Grösse des göttlichen Körpers anschaulich darzustellen. Die Untersuchung der Lucidarien ergiebt die Thatsache, dass alle Elemente darin, besonders der älteren Texte und Recensionen, orientalischen, speciell apokryphen und pseudepigraphischen Schriften entnommen sind. Derselben Quelle ist auch unzweifelhaft diese Parallele zum Schiur Komah zu־ zuschreiben, um so mehr, als kein triftiger Grund vorliegt, das Alter (IX—X. Jahrhundert) dieses Textes zu beanstanden. Durch diese, auf christlichen Boden erhaltene Parallele wird der von Graetz angenommene muhammedanische Ursprung des Schiur Komah auf das klarste widerlegt. Aus dieser!) cf. ״Die lange Trompete“ des Agobard. Grätz 1. c. p. 111.

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