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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 5 · p. Seite 222

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 5
Article
Das Schiur Komah
Date
1893-01-01
Page
Seite 222 (sequence 10)
Language
German
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222 Das Seliiur Komah. dieses die Gestalt des Elementes, dieses der Charakter des Buchstabens. Und dieses Element nennt er Mensch und giebt es für die Quelle jeglichen Wortes, für den Anfang aller Stimme, für die Aussprechung alles Unaussprechlichen, und für den Mund der stillen Sige aus. Dieses, sage ich, ist der Körper der Wahrheit. Du aber erhebe die Einsicht deines Geistes und höre aus dem Munde der Wahrheit das sich selbstzeugende und vatergebende Wort.“ 80 weit dieser Auszug aus Irenaeus, in welchem ich eine vollkommene Parallele zum Schiur Kornak erkenne. Das höchste Princip, die Wahrheit, oder Achamoth, wie sie in YalentiiPs System mit dem semitischen Namen genannt wird (חכמתא), wird hier personificirt und nach den einzelnen Glied-!nassen genau beschrieben. Zu dieser Beschreibung hat Markus die Buchstaben des griechischen Alphabetes nach einem Principe benutzt, der im jüdischen Schriftthuine von ältester Zeit her, und besonders in talmudischer Zeit, als bekannt vorausgesetzt wird. Es ist das des א״ת ב״ש, wonach je zwei Endbuchstaben des Alphabetes, in stets verminderter Zahl für einander eintreten. Im Sefer Jezira wird dieser Process folgendermassen ausgedrückt: נעץ סופן בתחלתן ותחלתן בסופן(כשלהבת קשורה בגחלת) דע וחשוב וצור שאדון יחיד (והיוצר אחד) ואין לו שני ולפני אחד מה אתה סופר. •Soll so viel heissen, dass durch diese Manipulation der Buchstaben doch nur die Einheit des Herrn ausgedrückt wird. Dass die Buchstaben bei Markus Zahlensymbole sind und auch als solche aufgefasst werden, ergiebt sich aus der bei Irenaeus weiter folgenden Darstellung des Systems, auf welches ich später zurückkommen werde. Aus einer Angabe des Origenes (de princip. I, 1) erhellt ferner, dass die judaisierenden Gnostiker in der That Gott einen Körper nach Menschenweise zuschrieben. In apokalyptischen Träumereien fand eben Alles den sinnlichsten Ausdruck. Diese Karrikatur des' gerechten Gottes belegten sie nun Zug für Zug mit wörtlich verstandenen, ans dem Zusammenhänge gerissenen Stellen der heiligen Schrift. 1) Der Schlusssatz des Capitels, welches ich oben mitgetheilt, liest sich ausserdem fast wie eine Uebersetzung der folgenden Stelle aus dem Sefer Jezira: (I, 4). הבן בחכמה וחכם ובבינה בהון בהם וחקור מהם (דע וחשוב וצור) והעמד דבר על בוריו והושב יוצר על מסונו. _ l) cf. Dilthey, s. v. Marcion, Herzog Real En.c.2, p. 26. .וחקור (2

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