Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Schiur Komah
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 223 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Schiur Komah. 223 Eigentümlicherweise finden wir nun seltsame Buchstabeneombinationen, im Schiur Komah nach der zweiten Recension des Sef. Basiel. 1j Jedes göttliche Glied hat nämlich auch einen besonderen mystischen Namen, der durch Buchstabengruppen ausgedrückt wird. So heisst z. B., um sogleich die ersten dort angegebenen anzuführen, der rechte Schenkel Gottes: תצנמתניד, פזששקם und der linke אסתמן. Ich habe den Schlüssel zu dieser Combination noch nicht gefunden, und es ist fraglich, ob bei der eorrumpierten Gestalt, in welcher unser Text sich erhalten hat, es je gelingen wird, ihn zu entdecken. Die Analogie mit dem Texte des Irenaeus ist aber jedenfalls auffallend, und es ist wohl nicht zu viel gewagt, wenn man zwischen beiden einen innigen Zusammenhang annimmt. Wenn möglich noch genauer stimmt folgende Stelle im Zijuni2) mit Irenaeus überein. Sie wird als ״ דבר מקובלeine von Alters her tradierte Tliatsache“ citiert. Die Worte sind nicht als: ,,von allen angenommen‘‘ zu übersetzen, da Zijuni das Wort מקובל und המקובלים nur in ersterer Bedeutung gebraucht: "גם הדבר מקובל שד,אלפא ביתא כתובה היתד, בורועו של הקב״ה כקמיע ביד גבור על סדר תשר״ק וחקיקתם ונתינתם היה על סדר אבג״ד דוגמת פתוהי חותם נמצאו שאלו ואלו דברי אלהים חיים נכונים למבין ואליו ינעם." Durch diese Analogie wird die Stelle bei Irenaeus auch erklärt, und den dort angegebenen Buchstaben-Paaren vielleicht die Bedeutung vindiciert, die sie im Systeme des Markus hatten: Die Gottheit oder Weisheit geht vollkommen in dem Alphabete auf, welches dessen Glieder ausdrückt und in Folge dessen identisch mit Gott ist. Das mag der philosophisierende Theil in der Vermenschlichung der Weisheit sein*, zu gleicher Zeit aber dienen Buchstaben auch für Zahlen, und durch Um- Setzung der einen in die andere ergiebt sich auf diese Weise das genaue Maass des Körpers der Weisheit. Man hat bloss die Buchstaben als Zahlen zu fassen. Dass diese Buchstabeneombinationen ursprünglich wohl dazu verwendet wurden, um aus den sich aus ihnen ergebenden Zahlen das Maass der göttliehen Gliedmassen festzustellen, ersieht man am besten aus folgender Variante des Schiur Komah, die bisher unbekannt war, und die ich hier zum ersten Mal veröffentliche. Codex Montefiore (früher Halberstam) No. 219, f. 28b—29a heisst es: 1) f. 87b. 2׳) ed. Cremona, 1560, f. 6c, (irrfchümlich erweise stellt darauf ,ה).