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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 5 · p. Seite 220

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 5
Article
Das Schiur Komah
Date
1893-01-01
Page
Seite 220 (sequence 8)
Language
German
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220 Das Schiur Komah, als Juden Christ bezeichnet. ״Nach seiner hellenistischen Ans־ drucksweise und den aramäischen Namen, welche in seinem Systeme Vorkommen, zu schliessen, stammte er von jüdischer Abkunft her“, sagt Ne an der von ihm.1) Noch näher läge vielleicht das System des Jüngers des Valentin, Markus, des Hauptes der Marknsier. Dieser lebte um die Mitte des 2. Jahrhundertes in Palästina, und sein System reflectiert am klarsten die Ideen, in welchen er aufgewachsen ist. Es steht mehr als das irgend eines andern Gnostikers im innigsten Zusammenhange mit der jüdisch-mystischen Literatur; und kann ohne Zuhilfenahme der letzteren auch kaum richtig verstanden werden. ״Markus kam wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts aus Palästina, welches Letztere durch die aramäischen liturgischen Formeln, deren er sich bediente, wahrscheinlich wird. Wenn bei einem Herakleon und Ptolemäus mehr die alexanclrinische wissenschaftliche Richtung in ihrer Theosophie vorherrscht, so war es hingegen bei Markus mehr das Poetische, und Symbolische .... Nach kabbalistisch-jüdischer Art suchte er besondere Mysterien in der Zahl und Stellung der Buchstaben; die Idee von einem 0£ץ6ג tgö ovtoc, von einem Worte als Offenbarung des verborgenen göttlichen Wesens in der Schöpfung wurde von ihm am feinsten ausgesponnen; die ganze Schöpfung ein fortgehendes Ausgesprochenwerden des Unaussprechlichen. Wie die in den Aeonen verschlossen liegenden göttlichen Lebenskeime sich immer weiter entfalten, und individualisieren, so wird dies von i!1m so dargestellt: dass diese Namen des Unnennbaren sich in ihre einzelnen Laute zerlegen. Ein Nachhall des Pieroma fällt in die 8X7] hinab und wird das bildende Princip einer neuen niedern Schöpfung.“2) Schon in dieser knappen Schilderung erkennen wir alte Bekannte: die mystische Bedeutung der Zahl und Ordnung der Buchstaben, die Schöpfung als das Resultat des Aussprechens der göttlichen Namen und der Zerlegung dieser Namen in ihre Laute! Ganz dieselbe Speculation also, die uns in dem Sefer Jeziraundin den Othioth di R. Akiba entgegentreten. Noch viel klarer tritt uns das Verhältniss zu dieser Litteratur in der ausführlicheren Darstellung des Irenaeus3) entgegen, die ich hier im Auszuge, mittheilen will. Ich hebe nur jene 1) Gresek. d. christl. Religion und Kirche, H>, 1864, S. 105. 2) Neander, a. a. 0. S. 137—188. 3) adv. haeres. I, XVI, 1 if.

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