Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Schiur Komah
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 3)
- Language
- German
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Das Schiur Komah. 215 schrieben, auch der Thron und die heiligen Chajjoth; nur Eines fehlt darin: der Versuch, Gott selber mit den gleichen Einzelnheiten wie die anderen himmlischen Bewohner zu beschreiben. Es unterliegt keinem Zweifel, dass eine solche Beschreibung ursprünglich nicht wohl fehlen konnte, (v. p. 33). Und in der That hat sie auch nicht darin gefehlt. Sie ist nur später ans den Hechaloth verschwunden, entweder um als selbständige Schrift eine eigene Existenz zu führen, wie es häufig mit den Gliedern dieser complexen. Literatur der Fall ist, oder weil sie aus leicht ersichtlichen Gründen einfach unterdrückt worden ist. Als selbständige Schrift wird diese Beschreibung der Gliedmassen Gottes schon in alter Zeit im 7—8. Jahrhundert direct unter dem Namen שעור קומה angeführt.b In zwei Recensionen, von welchen die eine die einfiichere und urspränglichere, die andere weiter ausgeführt und mit Buchstabensvmbolik verbunden ist, ist diese Schrift dem חיאל 'D einverleiht worden. Beide Kecensionen befinden sich in der gedruckten Ausgabe 1 2 3) und sind auch in dem handschriftliehen S. Raziel enthalten, welches Eisenmenger benützt hat 3) und von dem er im Register s. R. selber angiebt ,,Raziel, ist ein geschriebenes und noch nicht gedrucktes Buch, weiches mir obgedachter zu Wetzlar jetzunder wohnender Jnd Rabbi Yeiss Gelhäusser geliehen, als er noch in Frank־־ furt gewöhnet hat.“ Bisher wurde nur die zweite Recension4) als das eigentliche שיעור קומה betrachtet. Dem ist aber nicht so. Sie ist vielmehr nur eine etwas ausführlichere Fassung; während die kürzere noch den Charakter behalten hat, den sie in den Hechaloth hatte. Das Stück, das nämlich darauf folgt5 6 *), beginnend mit מלך אמת, ist wörtlich den Hechaloth entnommen. (>) Es findet sich in corrumpierter Form in Jellinek’s Ausgabe7), dagegen fast wörtlich übereinstimmend in einer anderen Ausgabe8), wo sich auch das Fragment vom שיעור קומה selbst erhalten hat וי), und somit beweist, dass dieses ursprünglich einen Bestandtheil der Hechaloth ausgemacht 1) v. Grätz und Jellinek 1. c. 2) ed. Amsterdam f. 37a—b. 3) Entdecktes Judenthum I, p. 2—4. b f. 37b. 5) 1 37a. 6) cf. cap. 23 § 3. 7) Beth-hamidr. III p. 100, 8) ed. Jerusalem 1884, 4°. Cap. 24, § 4. 0) ib., Cap. 12 § 1.