Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die erste halachische Controverse
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Die erste halachische Controverse. 205 Controverse gerade in der Makkabäerzeit zu Tage getreten? Nicht bloss, weil die religiösen Parteien in dieser Zeit ihre allerschärfste Ausprägung gefunden und aller Wahrscheinlichkeit nach die Sadducäer ebenso wie die Pharisäer im Präsidium des Synhedrion ihren Vertreter hatten, sondern auch weil nach der von Juda Makkabi vorgenommen Tempel-Weihe dem ganzen Opferwesen eine grössere Aufmerksamkeit zugewendet wurde. Indess mag die Veranlassung zu dieser ersten Controverse welche immer gewesen sein, wer sich darauf "besinnt, dass die ‘מירד. על הדמא von Johann Hyrkan herrührt, dass also die Aussonderung der Zehnten um diese Zeit sehr gleichgültig gehandhabt wurde, wird es wohl begreifen, dass man Alles aufgeboten, um das ״Volk des Landes“ durch Erleichterungen hinsichtlich der Pestopfer zum Besuche des Tempels zu veranlassen, und dass Nittai aus Arabela mit Fug und Recht an der Ansicht לסמוך festgehalten. Aus Rücksicht auf die Bewohner Judäa’s wollte das Synhedrion die Erleichterung nicht aufheben, aus Rücksicht auf die Golah, welche über keinen Zehnten verfügte 1j, wollte und konnte man andrerseits, um nicht die Begünstigung der Judäer vor den im Ausland Wohnenden allzustark hervorzukehren, die Erleichterung nicht zur Norm erheben. So liess man die Frage ul entschieden, bis der Brauch, מצשר auf Festopfer zu verwenden, so tief im Volksleben einge wurzelt war, dass auch die Schammaiten schliesslich nicht umhin konnten, in dem einen Punkte nachzugeben, wenigstens die Darbringung der שלמי שמחה vom Zehnten zu gestatten. Für diese eine Concession hielten sie sich andrerseits dadurch schadlos, dass sie, in der Ueberzeugung, man könne dem Volke nicht mehr wehren, auch שלמי חרגה vom Zehnten zu bestreiten, und dass es thatsächlich nur äusserst Wenige sind, die שלמי חגיגה מן החולין darbringen, die Abolierung des Handauflege ns für alle שלמים am Feste forderten 2 3 *). In Bezug auf עולות ראייה wagten sie nicht diese Forderung zu stellen, aber sie hatten es auch gar nicht nöthig, denn sie vertraten die Ansicht, dass man עולות ראייה überhaupt nicht am Festtage darbringen dürfe. Dass diese Ansicht der Schammaiten mit der Schammai’s8) seihst sich nicht deckt, beweist am Besten D Sieh’ Temurah p. 21b. 2) Bei den מן המעשר Dargebrachten war rach ihrer Ansicht ein חיוב סמיכה überhaupt nicht vorhanden, und nur cler wenigen מן החולין Dargebrachten wegen verlangten sie סמיכה מעיו״ט♦■ 3) Räthselhaft geradezu ist es, wie R. J. Ch. Bacharach, 1. c., p. 184a behaupten kann, dass schon Hille] und Schammai über הקרכת עולה ביו״ט