Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die erste halachische Controverse
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 4)
- Language
- German
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204 Die erste halachische Controverse. obgleich ת ach der Misch nah Menachoth 9, 7 das Gebot des Handauflegens bei ihnen keine Geltung hat, zu Festopfern zu verwenden, bei welchen die Pflicht des Handauflegens in Kraft tritt. Und das ist nach meinem Dafürhalten der Inhalt der allerersten halachischen Controverse gewesen. Dass die Ausdrücke שלא לסמוך und לסמוך elliptische sind, giebt man ja rückhaltslos zu, aber anstatt ביום טוב, muss man sich (1 2 3 4על המעשר hinzudenken. Die fünf Synhedial-Paare stritten darüber, ob das Yieh oder das Geld, welches man als מעשר nach der Stadt des Heiligthums bringen musste, um es daselbst לפני המקום zu verbrauchen, an Stelle der Opfer dargebracbt, resp. zu den Opfern verwendet werden dürfe, welche jeder עולה לרגל darbringen, u. z. בסמיכה darbringen musste. R. Jose ben Joeser war der Ansicht הסמיכה p שלא לסמוך על דבר שפטור, weil ja das Gebot, am Feste zu opfern, mit dem Gebote, den zweiten Zehnten in Jerusalem zu verbrauchen, nicht in Eins zusammenfällt. R. Jose ben Jochanan hingegen huldigte der Ansicht, dass das ganze Gebot, den מעשר שני und ebenso מעשר בהמה nach der Stadt des Tempels zu bringen, einzig und allein den Zweck hatte, die Bewohner Palästina^ zu veranlassen 2,לעלות לרגל) und dass dieser Zweck umso sicherer erreicht würde, wenn die Kosten des Aufenthalts in Jerusalem ganz durch den Zehnten gedeckt werden. Darum gestattete er, nicht bios שלמי חגיגה ושמחה, sondern auch 3 עולות ראייה), also Alles, was סמיכה'erfordert, darzubringen מן המעשר, oder mit anderen Worten לסמוך על המעשר - לסמוך על דבר שפטור מן הסמיכה Ob es gestattet ist לסמוך ביו״ט, oder nicht, darüber bestand von vornherein keine Controverse, denn es war selbstverstündlich, dass bei Opfern מן החולין das Handauflegen auch am Feste geboten war nach dem Kanon כל קרבמת יחיד •1)טעונים סמיכה חוץ מן הבכור והמעשר והפסח. Und warum diese 1) Ich habe "bereits oben darauf hinge wiesen, dass der Ausdruck סומך מן המעשר den Tannaiten geläufig gewesen, und es ist. mehr als wahrscheinlich, dass er sich aus der Redewendung סומך על המעשר heraus״ entwickelt hat. 2) Vgl־> wie ich in meinem Tosifta-Commentar die Mischnah Maasser scheni 3, 1 erklärt habe. 3) Man wundere sich darüber durchaus nicht; denn קודם הגדרה galt ja auch die Norm שלוקחין ממעשר מהמות לאכלן חולין. Vgl. Main!. Mass. scheni 7, 1 und die Baraitha jer. M. sch. 1, 3 בראשונה יכו״ והי־ מבריחין אותו מע״ג מזבח♦ So gut es gestattet war, das Geld auf בשר תאוה zu verwenden, konnte man auch andrerseits erlauben, die Kosten der עולות damit zu bestreiten. 4) Vgl. die Baraitha Menachoth p. 92 b und Sifra zu Lev. 1. 4 u. 3, 1.