Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Beiträge zur rabbinischen Sprach- und Alterthumskunde
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 5)
- Language
- German
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178 Zur rabbmischen Sprachu. Alterthumskunde. Aruck W II liest vereinzelt מלכא, während Bascki כך) und sämmtliche Talmudausgaben und Handschriften, die LA מלכתא verzeichnen. Wer war die Königin צימצמאי? E. H. Chajes in seinen der Wilnaer Talmudausgabe beigedruckten Randglossen vermuthet in derselben Zenobia, die Königin von Palmyra, deren auch sonst im Talmud jer. Terumoth P. VIII unter dem Kamen ונביה gedacht wird. Vgl. Frankels Einleitung in den jerus. Talmud zu Pea VII, 4 in der Anmerkung. — Kun lebte zwar Rachba, ein Zeitgenosse Abaji’s (starb 338, vgl. Bacher* 1) Agada der Amoräer, S. 149) nicht gar zu lange nach, Zenobia (Ende des 3. Jahrk.) und hatte wahrscheinlich von Odenath, dem Zerstörer Kehardeas und seiner Gattin Zenobia (Grätz Gesch. IV2, 296—299) und ihrem Palaste in Palmyra erfahren, aber der Karne ציפ׳צמאי stimmt nicht zu Zenobia. Ich halte צימצ^אי für verschrieben oder in der Aussprache verdorben aus ציסרמאי Semiramis. Wie oben gezeigt wird, galt Semiramis in jüdischen Kreisen für die Gattin des Heb 11kadnezar. Damit verknüpfte sich in der Vorstellung die Sage von den Prachtbauten und Schätzen der Semiramis, so dass die Legende die aus Jerusalem verschwundenen Herrlichkeiten leicht in das Schatzhaus der Gattin des Zerstörers Jerusalems verlegen konnte. Wenn man ferner bedenkt, dass in der talmudiscken Legende von wohlriechenden Aloe- oder Zimmtbäumen, die aus Jerusalem verschwunden nach einem anderen Orte verpflanzt wurden, die Rede ist, so wird es vielleicht nicht gewagt erscheinen, *ב גז א י דצומצמא in בגג א י zu ändern, wodurch in noch prägnanterer Weise die aus Jerusalem verschwundenen Bäume in die Gärten (die sagenhaften hängenden Gärten) der Semiramis oder des Kebukadnezar, dessen Gattin Kitokris oder Anytis gleichfalls Prachtbauten und hängende Gärten angelegt haben, soll (Herodot 1, 184 — 188), verlegt wurden. Dass Rachba eher an die Zerstörung Jerusalems unter Titus und Hadrian gedacht hat und die Chronologie bei der von. ihm mitgetheilten Tradition zu kurz kommt, ist bei der Welten und Zeiten versetzenden Sage nicht befremdlich. Aehnlich wird in Midrasch Echa und Pesikta (vgl. Jalkut. Jesaias 14,8 und Kaftor waferach 31 a) geschrieben: In 1-) Die von Bacher, Agada der palästinensischen Amoräer, 1892, I 396 vorgetragene Erklärung von קרטון רהטון trifft, wie mich Bacher freundlichst aufmerksam macht, mit der von mir oben 8. 111112—־ mitgotheilten Erklärung zusammen.