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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 4 · p. Seite 176

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 4
Article
Beiträge zur rabbinischen Sprach- und Alterthumskunde
Date
1893-01-01
Page
Seite 176 (sequence 3)
Language
German
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176 Zur rabbinischen Sprachu. Alterthumskunde. III. Die Kunde von der sagenhaften Königin Semiramis ist auch in jüdische Kreise gedrungen. (Vgl. M. Grüubaum in Zeitschr. d. D. IVl. G. 23, 619). Im Midrasch Tanchuma, cd. Buber, Wajikra § 10 (alter Tanchuma, Ab sehn. Wajikra und Jalkut Jeremias, § 309) wird dieselbe als Frau des Nebncadnezar genannt. In der römischen Handschrift fehlt der Name שמירת und ist bios von אשתו־ של נבוכדבצר, wie Synhedr. 93a von der Tochter des Nebucaclnezar die Eede. In Leviticus Eabba, Cap. 19, ־wird die Frage aufgeworfen: Wie heisst die (sonst Nitokris oder Anvtis genannte) Frau des Nebucadnezar? nach R. Huna hiess sie שמידם, nach R. Abin שמירמות und nach anderen Tradenten ״ שמירחםdenn sie wurde bei einem Erdbeben geboren“ ע״י שגולדה ברעם. Bei der Gefangennahme des jugendlichen Königs Jechonja seien die Synhedristen über das Aussterben des israelitischen Königsstammes besorgt gewesen. Durch Yennittelung der königlichen Friseurin wurde Semiramis beredet, mit Jechonja ehelichen Yerkehr zu pflegen, um den Mannesstamm zu erhalten. Sie reizte den Nebucadnezar durch spitze Fragen und wurde dem Jechonja in’s Gefängniss durch das Kerkergitter oder durch eine Oeffnung im Boden des Gefängnisses zugeführt. Dort lebte sie, die Ehegesetze sorgsam beobachtend, in frommer Zucht mit Jechonja. Der Commentator Wolf Einhorn bemerkt naiv: Einzig und allein dieser ihrer Frömmigkeit hatte es Semiramis zu verdanken, dass die alten Traditionisten sich um die genaue Fest- Stellung ihres Namens kümmerten, da doch in der heiligen Schrift kein Anhaltspunkt hierfür vorhanden sei. Es liegt kein Grund vor, um in dieser Siehe mit Sachs Beitr. I, 114 eine Anspielung auf Semiamira, die Mutter des Heliogabal, zu finden. — Klarer und mit der allgemein verbreiteten Sage übereinstimmender lautet die Mittheilung in Esther Rabba 1,9: Vier königliche Frauen übten eine weitreichende Herrschaft: Isehel und Athalia in Israel, Semiramis (שמירמיח) und Waschti bei anderen Völkern. Über die Etymologie des Na mens Semiramis sind die verschiedensten Ansichten aufgestellt worden.. Der Mäunername 1 שמידמות. Chron. 15, 18 wurde schon von M. F. Beck in seiner Ausgabe des Targum zur Chronik, Augsbürg 1680, und auch von modernen Lexikographen mit Semiramis in Verbindung gebracht. In der Glosse bei Hesychius: £e[jipa|j1״s, Tcspiaxepa opsios, sXX7jvt<3xl, welche Bochart in Canaan II. 11 sprachlich zu rechtfertigen sucht, soll es wohl

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