Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die erste halachische Controverse
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 4)
- Language
- German
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Die erste halachische Controverse. 167 Gebote gegenüber, zurückführen wollte. Es giebt also, wie wir soeben gehört haben, noch eine zweite Erklärung unserer Mischnah, aber wir müssen doch ein wenig bei der E. Jochanan’s verweilen. Es wäre wohl vor Allem am Platze, die Frage aufzuwerfen, ob das Auflegen der Hand1) auf den Kopf des Opferthieres, wie es die Thora fordert, auch nur im Entferntesten eine Aehnlichkeit mit dem Eeiten hat, das die Mischnah Bezah 5, 2 als שבות verbietet — denn die Forderung סמיכה בכל כחו בעינן ist ja erst durch den Ausspruch E. Jochanan?s veranlasst worden und wird auch thatsächlich (b. Chagigah f. 16b) auf ihn zurückgeführt (vgl. noch Sebachim f. 33 a) — aber wir wollen uns auf das Allernöthigste beschränken und im Hinblick darauf, dass in der Tosifta2) und in zwei Baraithoth3) שבות als der eigentliche Grund für אין סומכין בידם vorausgesetzt zu werden scheint, mit dem geistvollen und scharfsinnigen Amoräer Palästina’s nicht weiter darüber rechten, inwiefern das blosse Handauflegen als שימוש בבעלי חיים anzusehen sei; aber wir dürfen doch das Eine nicht vergessen, dass, da das Handauflegen in der שרה geschehen musste, wir es mit einem שבות במקדש zu thun haben. Gewüss ist der Grundsatz אין שבות במקדש kein allgemein geltender, gewiss ist, was aus Pessachim 5, 8 u. Sukkah 5, 1 deutlich genug hervorgeht, zwischen שבות שצריכה und שבות שאינה צריכה ein Unterschied zu machen, aber an allden Stellen4), welche die Materie von שבות במקדש behandeln, ist nicht die leiseste Spur einer Controverse zu entdecken. Und nun werden wir mit einem Male, durch die 1) Es heisst durchgehends וסמך ירו, oder וממד את ידו, uur heim שמיר המשתלח lautet der Ausdruck ausnahmsweise וסמך אר,רן את שתי ידיו nichtsdestoweniger fordert die Mischnali Men. 08. סמיכה בב׳ ידים; vgl. daselbst, p. 93h. 2) Zusatz zu Cliag. 2, 3 הגהות vgl.) איור, סמיכה שנחלקו עליה ב״ש וב״ה הגר״א) בש״א אין סומכין ביד׳ט שלמים שחגג עליהן סומך עליהן מערב יום סוס וכד Ich bitte, daiauf achten zu wollen, dass die Tosifta blos die Controverse der beiden Schulen Schaminai’s und HillePs, keineswegs aber die der נשיאים und אב״ר über סמיכה erklären will. 3) Babli Bezah 19 a שלמים הבאים מחמת יד׳ט בירט בש״א סומך עליהן מערב יום טוב ושוחטן בדו״ט וכד u. jer. das. 2, 4 und Chagiga 2, 3 בש״א הותרה סמיכה שלא כדרכה וב״ה אומרים לא הותרה סמיכה שלא כדרכה, und es wird erklärend hinzugefügt איזו היא שלא כדרכה מאתמול♦ Ob diese Erklärung noch zur Baraitha gehört, und ob nicht jede סמיכה, die nicht תיכף לשחיטה ist•, שלא כדרכה zu nennen sei, können wir hier nicht weiter untersuchen. 4) Vgl, Erubin 10, 11—13, Pessach. 5, 8—10 Eosch. husch. 4, 1 Toss. Jom tob zu Thamid. 1, 3. 5, 5 und Middoth 3, 2, ferner Sab bat h p. 123 a und p. 124 b, Pessachim p. 47 b, Sukkah p. 42 b, Toss. s. v. טלטול und v. a. St.