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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1893-01-01 · Heft 4 · p. Seite 159

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 4
Article
Neutestamentliche Studien
Date
1893-01-01
Page
Seite 159 (sequence 7)
Language
German
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Neutestament liehe Studien. 159 Formel ״) הוא היה אומרer pflegte zu sagen׳״) bestätigt wird.]) Hieraus ergiebt sieb, dass Hillel nicht sagen will, die Liebe zu den Geschöpfen sei von ihrer Bereitwilligkeit, sich zur Thora führen zu lassen oder überhaupt von ihrem Verhalten zur Thora abhängig, sondern dass er vielmehr lehren will, die Liebe zu den Geschöpfen habe sich auch insofern zu betliätigen, als man ihnen den begehrten Zutritt zur Thora (denn das Judenthum verlangt keinen) nicht, wie Sammai gethan, durch unfreundliche Begegnung erschweren, sondern durch freundliche erleichtern soll, womit wir bei dem Resultate angelangt wären, dass Hillel gerade das Gegentheil von dem sagt, was Hilgenfeld ihn sagen lässt, oder was er in seiner angeblichen Verschweigung ausgedrückt findet. Aber Hilgenfeld glaubt auch — und dies bildet, wie es scheint, die piece de resistance seiner Einwendungen — meine Auffassung des Satzes, in welchem Hillel in seinem Gespräche mit dem Heiden die ganze Thora zusammenfasst, bestreiten zu sollen. ״Dass der Chaber im Munde Hillel’s schon den Nebenmenschen überhaupt bezeichne, von welchem Jesus unzweifelhaft spricht, ist doch nur eine Behauptung Glidern arm’s, deren Zuversichtlichkeit nicht wohl stimmt zu den trockenen Nachweisungen J acob Levy’s, welche es sogar zweifelhaft erscheinen lassen, dass Hillel auch an das gewöhnliehe Volk unter den Juden gedacht habe. Einen Grundsatz für das Verhalten zu jedem Menschen spricht erst Jesus ausdrücklich aus, wenn auch der Schluss seines Ausspruchs an Hillel’s Worte anklingen mag“ (S. 881). ״Anklingen mag?‘4 Die Schlussbemerkung Jesu entspricht genau und äugenscheinlich mit Absicht der Schlussbemerkung Hillel’s. wenn sie auch in den griechischen Evangelien nicht gerade mit Geschick retouchiert ist — ich habe mich darüber bereits oben S. 155 Anm. 1 ausgesprochen — und jetzt ,,mag44 sie bloss ״anklingen44? Doch lassen wir diesen Nebenumstand auf sich beruhen. Hilgenfeld’s Ausführung ist auch Siegfried, einer der besten Kenner der jüdischen Literatur unter den christlichen Theologen der Gegenwart, in Lipsius’ Theol. Jahresber. für 1891, S. 86 beigetreten. Er sagt; ״A. Hilgenfeld hat das historische Verhältnis von jüdischer und Christlieber Nächstenliebe näher untersucht, wobei es sich besonders um die Interpretation des Chaber als College oder als Nächster ג) Monatsschr. 1852, S. 203 ff. Dass Sammai in Abot 1,15 em« pfiehlt, ,,jeden Menschen freundlich, aufzunehmen“, steht mit unserer obigen Ausführung nicht in Widerspruch.

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