Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Testament Mardochai Meysels
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 2)
- Language
- German
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132 Das Testament Mardochai Meysels. rigen Zeiten wie seine Ahnen bewährt zu haben, denn er wird auf seinem Grabmal als Einer, der für das allgemeine Wohl in den ßiss trat (עומד בפרץ), bezeichnet und ספרא רבא בר ספרא רבא genannt. Zwei Bücher, die derselbe veröffentlichte, sind Zeugen seiner Gelehrsamkeit. Das sind die ״Schulklöpper“ aus der grossen Zeit der Prager Gemeinde. Wo der hohe Babbi Löb Oberrabbiner, Mardochai Meisel Vorsteher war, da durfte auch Moses Henochs Altschul, der gelehrte Verfasser des ״Brantspiegel“, Schulklöpper oder besser Gemeindenotar sein. So viel über die bei der Errichtung des Testaments betheiligtenPersonen. Was das Instrument selbst betrifft, so braucht unter den obwaltenden Verhältnissen kaum gesagt zu werden, dass es mit allen Cautelen gegen eine Ungiltigkeits- Erklärung vom Standpunkte des mosaisch-talmudischen Rechtes versehen ist. Besonders in die Augen fallend in dieser Hinsicht ist, dass beim Vorhandensein gleich Erbberechtigter1) die beiden Samuel nicht als Erben eingesetzt werden, sondern dass gesagt wird: Allerweg von jetzo wird geschenkht2); und dass, um die Besitzergreifung nach talmudischer Vorschrift zu symbolisieren, der Schulklöpper als Bevollmächtigter (שליח) der Be־־ schenkten den Mantelgriff thut (סודר p2p). Sehr auffallend ist, dass in dem Testamente der Frau des Verstorbenen nicht weiter als mit der Zutheilung eines Pergamentgebetbuches gedacht wird. Ob hiermit zwei andere auffallende Thatsachen im Zusammenhänge stehen, die uns das Andenken der Frau Frumet Meisel in ganz verschiedener Beleuchtung zeigen, möchte ich sehr bezweifeln. Es genügt wohl anzunehmen, dass Mardochai Meisel dieselbe mit Geschenken an baarem Gelde bei Lebzeiten genügend abgefunden habe, wie die ג) Baba batfira 126b., 130a. 2) מתנת שכיב מי-ע.