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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1892-01-01 · Heft 3 · p. Seite 123

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der Euphemieen
Date
1892-01-01
Page
Seite 123 (sequence 3)
Language
German
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Zur Geschichte der Euphemieen. 123 die Anfangsbuchstaben der absichtlich so geordneten Formeln Worte dieser Bedeutung ergaben. שיל, wie Abraham b. Jacob die Wormser Urkunde von 1377 unterzeichnet, ist aus .שיחיה ימים לביס absichtlich gebildet und selbst שליו, das Zunz, Zur Geschichte, p. 312, bei den eben genannten bereits verzeichnet, soll sicher den Friedlichen bedeuten, der durch שיחיה לארך ימים ושנים herausgebracht wird, da Hiob 21,23 diese Schreibung für שלו sich findet (Schreinsurh undeu p. XXY)j Ebenso ist das in den Kölner Schreinsurkunden so häufige ’איל als sinngebendes Wort absichtlich zur Euphemie für Lebende angewendet (ib.). Unter den Euphemieen für "Verstorbene war die Form על משכבו שלום ינוד! -= עמשי (vgl. Zunz, Zur Geschichte, 359 n.) bereits bekannt. Es scheint mir bei ihrer Anordnung der sich daraus ergebende Name עמשיי bestimmend gewesen zu sein, der 1 Chr. 6,10 obendrein als Bruder des אחימות auftritt. In der Unterschrift Ascher b. Samuels חוילה auf der Urkunde von Worms aus dem Jahre 1377 wird die paradiesische Landschaft um so eher gewählt worden sein, weil sie als Euphemie für Todt.e durch die Anspielung auf das Jenseits besonders geeignet war, mm sie nun. etwa aus den Worten חלקו וגורלו יהיו לחיי יו c-ן ׳ העולמים oder aus ähnlichen Elementen sich zus&mmensetzen1).!) Woher p. 467 die Febers et zung dieser selbst Zunz noch unbekannten Formel durch die Worte: ״Leben und Glück möge ihnen bleiben‘‘, genommen sein mag, ist mir unerfindlich. Die vereinigte Gelehrsamkeit der Herren Prof. JSmend und Landauer hat auch den Ausdruck: עשינו סיוע בעשרים אלף לכ!1דגה in folgender Weise übersetzen zu müssen geglaubt: ,,leisten wir eine Beihilfe mit 20000 Gulden in verschiedenen Posten.“ Sie bemerken p. 465 n. 11: wörtlich; ״zur Mischung, was vielleicht in der angegebenen Weise gedeutet werden darf.“ Natürlich heisst: למדגה ״einfach: als Geschenk. Der Ausdruck מזג für schenken ist nach dem־ Ebenbilde des deutschen gleich doppeldeutigen Wortes geprägt, über ■das Jacob Grimm in einer bekannten Abhandlung seiner kleineren Schriften zu vergleichen ist. Es ist im neueren Hebräisch in diesem Sinne so häufig, dass sein Gebrauch nicht weiter belegt zu werden braucht. Der unter Nt. 11 und 30 erscheinende Ascher S. d. h. R. PSR (Gott räche sein Blut) verwandelt sich bei einem Blick in die Photographie in Ascher den Sohn des Märtyrers R. Peter. Der Name, den Zunz ״noch“ im 13. Jahrhundert aus Breslau anführt (Ges. Sehr. 2,34), erscheint hier also noch am Ende des 14. Wiener hat übrigens ZDMG. 19.510 f. näher darüber gehandelt. בלי ערמה am Schlüsse der Erkunde ist der bekannte formelhafte Schluss deutscher Erkunden: ,,ohne Gefahr de“ und durfte nicht als mit dem Vorhergehenden zusammengehörend übersetzt werden: ,,ohne Rückhalt und irgend etwas/‘ Das 9*

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