Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 37 (1892-1893)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur Geschichte der Euphemieen
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829640-2829644-2877330--24690-2877366- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
122 Zur Geschichte der Eupheinieen. 24,6 durch das Wort: תשועה. Eine solche dem frommen Denken so natürliche Fortsetzung ist auch in dem Zusätze: שלם הבנויה zu dem Namen Men ackern in der Unterschrift des 1288—1305 in den Urkunden auftretenden R, Samuel b. Menackem zu erblicken. Glanz ebenso ist die Erweiterung der Unterschrift des Isak b. Mardochai Halewi durch die Worte יאיך p ki der Wormser Urkunde von 1377 nach Esther 2,5 aufzufassen. Es war daher keine Veranlassung, wie es von Smend geschehen ist (H. Boos, Urkundenbuch der Stadt Worms II, 466), BNJaLR zu transscribieren und die Frage hinzuzufügen, ob es nicht eine ״Segensformel“ bedeute. Die Punkte über den einzelnen Buchstaben beweisen eben nicht immer die Abkürzung; sie erscheinen, vielmehr ebenso über den Ortsangaben, wie ich an Hörde in der Urkunde von Speyer aus dem Jahre 1333 gezeigt habe (Monatsschrift, 1887, p. 92 ff.) und wie jetzt in der erwähnten Wormser Urkunde bei Chajjim b. Meir ha-Cohen aus Wesel מויזלא aas c^er Photographie hervorgeht, und auch über Geleitnamen, wie in den Schreinsurkunden der deutsche Name Joslin für Josef häufig יוולק geschrieben wird (s. p. 108, 141—3, 163, 167). Eine andere Eigenthümlichkeit betrifft die Einrichtung der Euphemieen, die durch eine berechnet auffällige, von der gewöhnlichen Form abweichende, in einen Namen oder in Sinn gebende Worte gefasste Prägung der Unterschrift eine' gewisse scharfe Kennzeichnung verleihen sollen. Da wo nämlich nicht etwa ein Bibelvers nach seinen Anfangsbuchstaben die Chiffre als unabänderlich hin stellte oder eine Euphemiae formelhaft erstarrt war, da forderte die zu bedeutungsvollen Permutationen gleichsam einladende Natur der hebräischen Wurzeln und ihrer Elemente zu Umstellungen der bekannten Formeln in neue Gruppen heraus. Bei den Euphemieen für Lebende war bald das Mittel gefunden, sie in solche Buchstabengruppen umzuordnen, dass die daraus entstehenden Worte nicht nur einen Segen, sondern eine Annehmlichkeit aussagten, eine Euphemie und eine Artigkeit, ein Compliment zugleich. Der Lebende ward als Gerechter, als Herrscher, als wackerer Mann hingestellt, indem יש׳־׳ר - יחיה שנים רבות שלי״ט שיחיה לארך ימים טובים ,אי׳יש חייל =- אך ימי שנות חיים יוסיפו לו