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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1892-01-01 · Heft 3 · p. Seite 124

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
37 (1892-1893)
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte der Euphemieen
Date
1892-01-01
Page
Seite 124 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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124 Zur Geschichte der Euphemieen. Ebenso dürfte der Begleitname Jerubaal bei dem 1292 in Köln lebenden Meir, Sohn des Märtyrers Mose, aus einer absichtlieh angeordneten Formel wie etwa לעולם pP pD יהי תחו ונפשו zusammengestellt sein, um den Märtyrer zu bezeichnen 1). Kur darf man dann den Kamen nicht mit Stern a. a. 0. XXVII ״Gott hadert mit ihm* 1‘ übersetzen, vielmehr sollte der für Gott gegen die Götzen streitende Kämpe nach Richter 6,32 darin angedeutet sein. Die Rücksicht, eine Euphemie in einen Kamen umzugestalten, hat sogar einem Enkel EsaiVs die Ehre eingetragen, als Segensformel gebraucht zu werden. In dem Briefe der Münchener Gemeinde an die Gemeinde Strassburg vom Jahre 1381, den H. Bresslau vorgelegt hat2), (Zeitschrift für Geschichte der Juden in Deutschland V, 117), fügt Abraham b. Jehuda dem Kamen seines Vaters die Formel געתם (1 Mos, 36,11) hinzu, die sicherlich nur: עדן תהי מנוחתו p bedeutet. Auch die von Stern wohl richtig aufgefasste Formel;תנו לטלד־ in den Kölner Schreinsurkunden (p. XXV) ist offenbar auch nur mit Rücksicht auf die sinngebende Gestaltung der Buchstaben zu zwei Worten gewählt worden. Vielleicht darf auch die von Zunz (Ges. Schriften 3, 212) unerklärte Formel שמי pt hinter dem Kamen Abigdor b. Menachem 1 (cod. Oxford 280) aus den Euphemieen וכר קדוש נצח (nach der Analogie שיחיה נצח שן für. Lebende) und משכבו ינוח שלום, wie ich auf einer von mir entzifferten Wormser Grabsteininschrift vom 15. Juli 1317 gefunden habe, erklärt werden. Es wäre dies zugleich die Segensformel für den verstorbenen Vater und durch den Anklang an וקן אשמאי die Bescheidenheitsformel für Abigdor selbst. Ganze handelt von einer Abgabe, einer Schenkung, nicht von einem ״Zwangsanlehen.“ 1) Revue des etudes juives, XVIII, 318 n. 1 habe ich eine andere Anflösung dieser Namens chiffre \ er sucht. 2) in Landauers Uebersetzung ist u. A. auch p. 117 die TJebersetzung von משכנותיהן שעמדו מעט שערכם הרן רב zu berichtigen. Die Worte bedeuten nicht, wie dort 119 herumgerathen wird: ״Pfänder geringen und hohen Werthes“ oder gar: ״die nieder zu stehen kommen, deren Werth aber hoch war“,, sondern Pfänder, die erst kurze Zeit standen, d. h. seit kurzem versetzt waren, aber einen hohen Werth repräsentirten. Für בקכלתינ׳ ודחוקינ׳ והסרע* שלא (נ)[י]ובלו להמנות ist zu lesen: בסבלתיכ׳ und daher statt: ״mit unserer Vollmacht unter Angabe all der Noth“ zu übersetzen: ,,(eine Botschaft) von all dem Druck und Leid“.

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