Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 36 (1887)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Der Ritus mit den Weidenzweigen am Hüttenfeste, sein Alter und seine Bedeutung
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 520 (sequence 12)
- Language
- German
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SSV sei« Alter und seine Bedeutung. erzählt: Ein Mann habe vor einem (später lebenden) Rab Eleasar b. Zadok einen Weidenzweig gebracht, dann wieder zwei Enkel Rabs hätten einen solchen ihrem Großvater gebracht (b- Suk. 44b). Das war in der ersten Hälfte des dritten Jahr- Hunderts. Dagegen bemerkt A b a je aus dem folgenden Jahrhundert, daß jeder einen eigenen Weidenzweig gehandhabt hat, ohne sich dessen zu bedienen, welcher im Lulab-Bündel gesteckt hat. (Das. 44 a): הא מעשים בכל יום דלא עברינן הכי (רקא טגבה לה ערבה שבלולב והדר מגבה לה). Aus der Erzählung, daß Rabs Enkel Nibu und Chisklja zur Uebung dieses Ritus ihren Großvater veranlaßt haben, könnte man deduciren, daß der Brauch erst in Rabs Mer aufgekommen ist, und zwar zur Zeit, als dis Neuperser oder Saffeniden Herren des persiischen Reiches geworden waren, wozu auch Babylonien (Irak) gehört hat. Diese Dyilastie hat bekanntlich den eranifchen Magismus mit aller Strenge eingeführt. Diese aus Dualismus beruhende ReligionSsorm schrieb Ceremonien und Gebetformeln vor, denen eine magische Wirkung zugeschrieben wurde, Ahrimans Macht zn brechen und dis Dämonen (Daevas) vom Menschen fernzuhalten. Eine Hauptrolle in dieser Religionsform spielt das Ba retzm an (Bartzom, Barsom). Es bestand aus einem Bündel von Zweigen, (von Palmen, Granatbäumen und Tamarisken), welches einen Bestandtheil des Opfers bildeten. Dieses Bündel mußte derPriester beim A d s i ngen der Li turgie bei man cherGeiegen heit in der Hand halten.») Bon dieser Religionssorm scheint der Ritus mit den sog. Hoschana, den Weidenzweigen, an dem angegebenen Tage entlehnt zu sein. Der Einstuß des Persismns auf jüdische Riten, 1) Vergleiche darüber Fr. Spiegel, Enunsche Alterthumskunde III S. 57 t. Wilhel», Geiger, osteranischeKultur S. 331; Abel Hörelacque, Zoroaster et 16 Mazdeisme p. 425.