Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 36 (1887)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Grammatische und masoretische Studie zur heiligen Schrift
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 442 (sequence 18)
- Language
- German
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442 Grammatische rmd masoretische Studie zur heiligen Schrift. daß der Dagesch-Punkt ehemals mehrfache Funktionen hatte, und daß davon noch Rudera geblieben sind, welche die Grammatiker nicht verstehen und ihn daher, wo er nicht als körte oder lene fungirt, völlig verkennen. 1) Der Punkt bleute früher als diakritisches oder vielleicht auch als phonetisches Zeichen bei gleichen Wörtern, die aber eine mehr oder minder verschiedene Bedeutung haben. Dafür diente du Bezeichnung טלעיל und מלרע, d. h. tu dem einen Worte wurde der Punkt oben gesetzt, in dem andern unten (vgl. Monatsschr. Jg. 881 נ S. 348 f.), wo eine Reihe von masoretischen Paragraphen diese Tiakrise macht- Der Codex mit den! assyrisch babylonischen Vocal- und Accentsystem (Codex Petro־ politanus ed. Strack) hat noch öfter diese Bezeichnung als masoretische Notiz, z. B. zu Jesaia 1,0 כמלונה במקשה M. parva ל" מלרע b. h. dieses Wort mit dem J.-Voeal bei כ tonunt nicht noch einmal vor: וחד מלעיל, aber einmal noch mit Patach Jes. 24, 20 והתנודדה כמלונה. In letzterm Falle war das כ mit Patach .durch einen Punktoben, und in dem cifieni das כ mit Chirek u 111 e u bezeichnet. Es tft dieselbe Bezeichnung wie im Syrischen. Selbstverständlich ist nach Einführung der Vokalzeichen im Hebräischen dieser Punkt weggelassen. Die masoretische Bezeichnung oder die Anwendung des Punktes für Phonetik oder Diaknse stannnt also aus der Zeit vor der Erfindung der Boealzeichen. 2) Das Dag. diente aber auch zur Bezeichnung eines bestimmten Vocals, wentr das Wort defektive geschrieben war- In dem eckten alten und werthvollen Fragment aus einer untergegangenen Apologie für die Vollkommenheit des Bibellextes, welches in verschiedene grammatische und masoretische Bücher übergegangen ist, wird die Einwendung von beu defektive geschriebenen Wörtern widerlegt. Es sei daraus nicht zu entnehmen, daß der Text unvollkommen sei, da doch das defektive mit einem Punkt versehen sei, und dieser Punkt ersetze die