Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 36 (1887)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Grammatische und masoretische Studie zur heiligen Schrift
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 429 (sequence 5)
- Language
- German
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Grammatische u*b masoretische Studie zur heiligen Schrift429 ׳ Einfltlß zur SUUnmufl der ursprünglichen Laute geübt. Zeigt sich doch diese Veränderung in der Umlautung der Vocale. Der Vocal Kamez ist im Griechischen immer nnt a gegeben. Die Alexaudriner unb die Palästinenser haben ihn demnach immer so ausgesprochen -- und die Sephardim sprechen ihn heute noch so aus. Nichts desto weniger haben die Inden in der Gegend, wo die Vocalzeichen eiugeführt wurden, diesen Vocal halb 0 ausgesprochen. Daher nannten sie ihn ppp, daß er mit halbgeschlossenern Munde lauten soll. Es klingt daher gleich dem kurzen 0 (Kürirez-Chatnphi). Diese Trübung des a-Lautes häbeü sich die unter Syrern wohnenden Inden nur von ihren NachbareN angewöhnt, welche ebenfalls viele Wörter, welche a erfordern 0 gelesen haben» Noch zu Saadias' Zeit haben die Juden in Babylonien einen syrischen Dialekt gesprochen und dabei die syrische Aussprache der Aspirata nach dem Leberr beibehalten. Als Beispiel citirt Saadia das Wort einer Frau, welche dem Lehrer zurief : יא ספרא אפני ברי. Sie hat nach einem laügeN Vocal das SlfpiratD aspirirt ausgesprochen (Saadia Eomment. zu Se-pher Jezira). In Syrien haben sich die Juden allmälig gewöhnt die Aspirata zu verhärtem Die Syrer haben nämlich da, \M die Aspirata verstärkt (verdoppelt) Vorkommen, sei es in dsr Jntensiv-Korm oder als Compensa-Kon, wo ein ersetzt 1) Daher entstand ein Zweifel, wie Jerem. 46, 23 ברחי יערה verstanden werden soll, ob als Perfect oder als Imperativ, wie Kimchi in Grammatik und Lexikon bemerkt. Die Masoreten haben sich für das Erstere entschieden und ein Gaja dabei gesetzt פרו1ו. Das Wort £ק1יב iT. T:T las Ilm G anach K o r b a n, Kimchi aber K a r b a n. Die ersten Punktatören dagegen haben beides gleich gelesen. Daraus folgt, dcch die Vocalzeichen in Babylonien entstanden sind, wo ארס z. B. Odom gesprochen wurde und nicht etwa in Liberias, wie Derenburg behauptet. Sonsthätte der- Vocal ▼ nicht קמץ genannt werden dürfen, daß er mit halbgeschlossenem Munde ausgesprochen sei.