Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 36 (1887)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Parallelen aus der jüdischen Geschichte
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 344 (sequence 8)
- Language
- German
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S44 Parallelen an» der jüdischen Geschichte. Sie wollen damit den innigen Zusammenhang Ihrer Gegenwart mit der Vergangenheit bekunden. Eie wollen öffentlich darthun, daß Sie ein Reis vom Stamme Jakobs, ein Zweig aus seinen Wurzeln sind. Sie wollen bekunden, daß, obwohl Sie warme englische Patristen, mit allen Fasern Ihres Herzens an diesem glücklichen Jnsellande hangen. Sie doch das Continuum mit der langen Gliederreihe der Geschlechter Israels fortsetzen wollen. Und ohne es gerade zu wollen, erheben Sie einen faktischen Protest gegen den gedankenlosen Jndifferentisnms auf der eine» und gegen die gesinnungslose Apostasie auf der andern Seite, zwei häßliche Typen innerhalb der Judenheit, die — zu Ihrem Rnhme sei es gesagt — hier weniger zu finden sind, als auf dem Continent. Ich bin weit entfernt davon. Ihnen Schmeicheleien sagen zu wollen. Ich will lediglich an dem Schauspiel der Ausstellung das Faktum constatiren, daß sich an dem geschwächten und verachteten Israel von ehemals eine glänzende, eine hoffnungsreiche Wiedergeburt vollzogen hat, um mein Thema uä oeulos zu beweisen, daß dieses Völkchen in seiner scheinbaren Ohnmacht eine dreimalige Verjüngung erlebt hat. ES lohnt sich wohl, darüber nachzudenken, wie es denn gekommen ist, daß das Sch»acte den auslöienden Gewalten der Weltgeschichte hat trotzen können. Widerlegt diese Fortdauer eines winzigen Völkchens in einer grausig feindlichen Welt, mehr alz ein Jahrtausend zum Sterben gehetzt, wiverkegt sie nicht das Darwinsche Naturgesetz von der vernichtenden Uebermacht des Stärkeren? Nicht ganz! Es kommt eben darauf an, was Kraft und ivas Schwäche ist. Eine alte griechische Sentenz bezeichnet die verschiedenen Waffen, welche verschiedenen Lebewesen zu ihrer Erhaltung ver» liehen sind. Die Natur gab dem Löwen das Gebiß, der Biene