Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 36 (1887)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Lehrinhalt der "Weisheit" in dem biblischen Schriftthum
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 9)
- Language
- German
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Lehrinhalt der ,Weisheit" in dem biblischen Schrifttham. 297 Elihu schließt diesen Gedankenganq damit, daß Hiob eben zur Warnung durch Elend geprüft wird (21 ,36 כי על זה בחרת מעני). Zur Bekräftigung führt Elihu zum Schluß noch ein äußerliches Argument an: Gottes Allmacht, die sich in überwältigenden Naturerscheinungen zeigt, in Negenmangel und Negenfülle, in Blitz und Donner, in Sturm, Schnee und Eis, in Aufhellung düsteren Gewölkes. Diese führen die Menschen zur Gottesfurcht und zum Vertrauen auf ihn (36,25 כל ארם חוו בז leg.חסו■ בו). Wenn nun gewöhnliche Menschen ihn verehren, wie sollten ihn nicht Weise verehren? (o. S. 356). Damit ist das Räthsel halb gelöst. Gott, der allmächtig und zugleich gerecht ist, kann nicht die Menschen quälen (ורב 23 ,37 צדקה לא יענה). Dis Leiden der Menschen bienen zu seiuem Heile, zur Warnung, daß er mctit in Sünde gerathe und dadurch die höchste Strafe verdienen würde. Aber es fehlt noch eine andere Seite der göttlichen Wallung, nämlich die göttliche Vorsehung im Größten und Kleinsten. Aber die Erscheinungen, in welchen sich diese Vorsehung zeigt, kann kein Mensch aufzählen; nur Gott vermag es, dem das Größte nicht zu groß, das Kleinste nicht zu klein erscheint. In Kap. 38 werden die großen Phänomenen und in 39 die kl ein e n aufgezählt, wie Gott für die jungen Raben, für die Geburtszeit und die Jungen der Felsgazellen, für die Wüstenesel, selbst für die Eier der kleinen Vögel sorgt (bei der zufälligen Erwähnung des Rosses 39, 18 wird die stolze Haltung und Kriegeslust desselben geschildert 19—25), und wie die Leichen auf dem Schlachtfelds von den Vögeln in den Lüste:! gewittert werden nnd ihnen zur Nahrung dienen. Diese hochpoetische Schilderung der zarten Fürsorge Gottes für Alles und Jedes offenbart Gott selbst dem in Unmuth anklagenden Hiob, und zwar im Sturm. Hiob wird dadurch überzeugt und überwältigt und bereut in