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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1887-01-01 · Heft 7 · p. Seite 294

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
36 (1887)
Issue
Heft 7
Article
Lehrinhalt der "Weisheit" in dem biblischen Schriftthum
Date
1887-01-01
Page
Seite 294 (sequence 6)
Language
German
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294 Lehrinhalt der ״Weisheit" in dem biblischen Schriftthum. Auch fehlte doch dort die Unterlage des Gedichts, die Leiden der Frommen. Kurz die Abfassung in Aegypten ist undenkbar. Nur für die große Zahl der Exulanten in Babel kann das Buch geschrieben sein; auf dieses Publicum beabsichtigte es einen Eindruck zu machen. Da es aber eben so gewiß ist, daß der Verf. ägyptische Verhältnisse sehr gut kannte, so muß er eine Zeitlang in diesem Lande gelebt und v o n h i e r zu den zahlreichen Brüdern im Exilslande gewandert sein- Dasselbe muß ja auch von Baruch angenommen werden. Wir missen gewiß, daß er nach Aegypten gewandert ist, und fast eben so gewiß ist es, daß er die Bücher der Könige in Babylonien abgeschlossen und den Schluß von Jojachins Erhöhung hinzugefügt hat. Folglich muß er Aegypten verlassen und sich in Babylonien angesiedelt haben. Die mythologischen Elemente, die in Hiob Vorkommen, und auf welche Cheyne zu viel Gewicht legt (x. 76 f.), können dem Dichter eben so von seinem Aufenthalt in Aegypten, wie in Babylonien bekannt gewesen sein. Da er in der Vermummung eines idumäischen Weisen auftreten wollte, so mußte er auch Mythologisches einflechten — mag er daran geglaubt haben oder nicht — um der Rolle eines Nichtjudäers treu zu bleiben. lieber die Einheit oder Disparatheit des BucheS spricht Cheyne kein festes Urtheil aus; er scheint sich vielniehr der Ansicht derer zuzuneigen, welche den Prolog und die Reden Elihu's als spätere Bestandtheile betrachten. Allein wenn man den Zweck dieser schönen Dichtung fest im Auge behält, die Zweifler von Gottes Gerechtigkeit zu überzeugen, was doch Cheyne selbst betont, so wäre ja das Problem ohne den Prolog durchaus nicht gelöst. Der Gedankengang des Buches ist doch klar durchsichtig. Der Dulder bäumt sich titanisch gegen die sittliche Weltordnung auf und läugnet die göttliche Gerechtigkeit. Seine Freunde suchen diese durch die veraltete Weisheit zu rette», daß

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