Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 36 (1887)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Lehrinhalt der "Weisheit" in dem biblischen Schriftthum
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 5)
- Language
- German
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Lehrinhalt der ״Weisheit" in dem biblischen Schriftthum. 393 so haltlos wie die, daß Theile des Pentateuchs aus derselben Epoche stamme. ES kann nicht genug wiederholt werden, daß Esra und Nehemia ein sehr mattes und allen poetischen Schmuckes baares Hebräisches geschrieben haben. Und das echt poetische und kunstvoll gegliederte Bitch Hiob soll ein Produkt dieser Zeit sein? Mit Recht weist Cheyne diese wunderliche Hypoihese mit einer kurzen Wendung ab: svä-Lurs! ix. 75). Mit der Entscheidung der Zeitfrage ist eigentlich auch die Localfrage entschieden. Die vielfachen Aramäismen weisen auf Babylonien; denn wenn auch der Verf. ägyptische Elemente kennt und nennt, die Pflanzen in- und גמא des Nil, die Metallminen, die Wunderthiere Behemot und Lewiathan und fügen wir nur noch hinzu — die Sage vom Phönix (!חול), so ist man doch nicht berechtigt mit Ewald zu sagen: ״die ganze Umgebung ist ägyptisch." Die Beschreibung des Regenschauers und Eises, ״wie ein Stein erstarrt -das Wasser und die Oberfläche des Meeres wird festgehalten" (39,30), kann nicht aus Aegypten stammen, wo es selten Regen giebt, geschweige denn gefrorene Niederschläge und Eisflächen. Der Gestirncultus, welcher erwähnt wird, ist nicht ägyptisch. Das schön gewendete Argument: ״Deine Kleider sind Dir zu heiß, wenn Gott die Erde von Sünden stillt", d. h. wenn der Südwind nicht weht, wird's heiß, d. h. der Südwind bringt Frische, kann doch nicht aus Ersahrung in Aegypten abstrahirt sein, wo gerade der Südwind aus der afrikanischen Aeqnitorial-Gegend Gluth bringt. Ohnehin ist es doch undenkbar, daß das Buch in Aegypten verfaßt sein kann. Man muß doch zugeben, daß es von einem Sohne Israels oder Juda's gedichtet ist, und selbstverständlich doch nur für seine Stammgenossen. So kann man doch unmöglich annehmen, daß es für die Nachkommen der Handvoll Judäer geschrieben lein kann, welch« nach Aegypten gewandert war. Und woher loll der Verf. die Aramäismen im Nillande angenommeir haben?