Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 36 (1887)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension] / R.
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Recenfivnrn. 828 Von diesen- Edikten Ludwig -des Frommen sind die später« Pri- ,vilegien -derdeutschen Kaiser zu Gunsten der Juden herzuleiten. Also auch nach Mobbe bleibt der karolingische Ursprung dieser!Edikte bestehen,-ohne daß man darum an Italien, anKalonymuS -und Otto II., wie es Breslau -will, denken müßte. DaS dem Kaiserlichen Privileg vorangegangene des dortigen Erzbischofs scheint Stobbe nicht über allem Zweifel erhaben; der Bischof -nämlich schreibt in der Urkunde, sie solle ein Zeug« niß sein, falls irgend einer seiner Nachfolger die Juden höher -besteuern wolle unter dem Vorwände, sie hätten sich diesen günstigen Zustand ohne irgend einen Rechtsanspruch geschaffen -und hätten ihn nicht vom Bischof selbst empfangen. Damit will - der Bischof jedoch nicht, wie es uns wenigstens scheint, später etwa - auftauchende Zweifel an der Echtheit der Urkunde von vornherein widerlegen,— das wäre allerdings verdächtig — sondern -er will für spätere Zeiten durch die Urkunde eine rechtliche Basis , schaffen, damit Niemand den Juden eine Usurpation vorwerfen könne. Dieser Wortlaut ist doch wol kein Grund gegen die Echt» heit der Urkunde Bedenken zu erheben. Beide, die bischöfliche wie die Kaiserliche Urkunde von Epeier besitzen wir nur in Abschriften aus weit späterer Zeit, dagegen besitzen wir das Original des Ediktes, welches Kaiser Friedrich II. den Juden in Wien ertheilt hat. Ebenso ist, wie der Kölner Archivar Herr Or. Korth Herrn Prof. Stobbe mittheilt, an der Echtheit der Kölner Urkunde nicht zu zweifeln, welche nur das Wormser Privileg Heinrich IV. reproducirt- Aber dieses echte Kölner Schriftstück datirt aus dem Jahre 13S0 -und wir lernen aus ihr den Erlaß Heinrich IV. aus -fünfter Hand kennen. Da hilft uns die Echtheit des Kölner --AkenstückeS,auch nicht viel, um uns über den ursprünglichen Wortlaut, jheS-Irlaffes eine unumstößliche Sicherheit zu geben. - -,Stobbe weistmit Recht darauf hin, daß eS nicht jüdische