Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1887-01-01 · Heft 5 · p. Seite 219

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
36 (1887)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension] / R.
Date
1887-01-01
Page
Seite 219 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
spine
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829626-2829632--24161-2876820
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Recenstone« 219. big bargestellt." Graetz geht nicht sanft mit Frieblänber um, aber neben der Objektivität ist es sicher ein Vorzug bes Historikers vergangene Ereignisse mit dem Auge und der Empfindung eine- Mitlebenben zu betrachten, die Darstellung wirb dadurch lebensvoll, ohne daß sie deßhalb ungerecht werben müßte. Er ist in Wahrheit die frechste Usurpation, die je dagewesen, wenn Frieblänber stch so lebhaft unb leidenschaftlich als Erben unb Schüler Menbelsohn's gerirt, baß er bis zum heutigen Tag bei llrtheilslosen dafür gilt. Es liegt ein Abgrund zwischen der Antwort Menbelsohn's an La« vater und dem Sendschreibenan den Probst Teller. Frieblänber hat den Ruhm Menbelsohn's mit Be« schlag genommen, um unter dem Namen des edlen Philosophen Tendenzen zu befolgen, die mit dem echt jüdischen Sinne M's. nichts gemein hatten. Die Kinder M's. haben den Vater verleugnet, als ste zuin Christenthum übsrtraten, die Kinder Friedlänbers haben nur den Weg konsequent fortgesetzt, den sie der Va« tergeführt hat! WaS würde wol Mendelsohn zu einem Verfahren gesagt haben, wie es Fnedländer im Bunde mit Saul Hirschel durch den Druck von heimtückischen Pamphleten gegen bis Ortho, boxen einschlug! Wenn Schleiermacher beitn Erscheinen des Sendschreibens an Probst Teller ausruft: Wie tief v er« un betmuß b esonders bertrefflicheFriebländer sein, so ist dies einerseits ein Zeugniß, wie gut Friedländer eS fertig brachte, durch das lärmende Lob, bas er Mendelsohn zollte, seine nichtjübischen Zeitgenossen und vielleicht auch sich selbst über die Kluft zwischen sich unb M. zu täuschen, andererseits ist es ein unbefangenes Urtheil über diese schamlose That. die von Graetz gebrandmarkt wirb unb die Geiger vertheidigt. Graetz mißhandelt den Fr., wie ex es verdient, Geiger mißhandelt die geschichtliche Wahrheit, die doch dies eigentlich nie verdient und die aus dem Munde des

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.