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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1887-01-01 · Heft 5 · p. Seite 217

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
36 (1887)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension] / R.
Date
1887-01-01
Page
Seite 217 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Recenfroneck 217 seinem hochgeborenen Korrespondenten deutlich, daß diese Ansicht keine persönliche, sondern eine g r ü n d j ü d i s ch e ist. Auch der zweite Einwand, den der Herzog vorbringt, ist belanglos und der Phädon hat nicht dadurch gewonnen, daß er be» rücksichtigt worden ist. Er betrifft die schöne Stelle, wo Sokrates, dem eben die F.sseln abgenommen worden, seine Betrach, tungrn macht über den inneren Zusammenhang zwischen Vrr» gnügen und Schmerz. Mendelsohn gewährt seinem Kritiker das Zugeständniß, daß sich diese Bemerkung nur auf sinnliche Empfindüngen beziehe; wie es scheint, mit Unrecht, denn auch auf rein geistigem Gebiete erblüht die volle Freude über das Wissen aus dem Schmerze über das Nichtwissen; wer an dem Schönen sich ergötzt, wird von dem Häßlichen und Abscheulichen um so tiefer verletzt, überall wird ein Gegensatz vom andern erzeugt. Die dritte Stelle eitirt Geiger falsch. Es handelt sich um den Nachweis, daß der Geist im Schlafe, in einer Ohnmacht u. s. w. auch ohne Bewußtsein existire. Der Satz kann demnach in der 1. Ausgabe nur lauten : ״Indessen ist es genug für unsere Ungewißheit, daß ein völliger Mangel des BewußtseinS, der Natur des Geistes nicht widerspricht". Dieses ״nicht" hat Geiger weggelassen und demnach ist sein Citat sinnlos. Soviel von dem Inhalt dieses Briefes; indeß wenn ein Jude des vorigen Jahrhunderts, und sei es auch Moses Mendelsohn kurz nach Veröffentlichung des Phädon, mit einem deutschen Herzog korrespondirt, so ist bei der Ungewöhnlichkeit des Vorganges die Neugierde zu entschuldigen, wer wohl der Herzog gewesen sein möge. Geiger weiß nicht zu helfen und schreibt: ״Aus Me nd elf och n "S Leben׳ ist so n fr ui ch t bekannt, daß er mit gekrönten Häuptern U mgang pflog-" Unter seinen Korrespondenten finden wir» so weit die Korrespondenz gedruckt vor uns liegt, keinen Herzog. Zndeß daß« Msndelsohn auch herzoglichen Verkehrhatte,! geht

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