Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 36 (1887)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Bedeutung der jüdischen Münzen mit dem Feststrauß (Lulab) und dem Portale
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 12)
- Language
- German
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156 Bedeutung der jüdischen Münzen mit dem Feststrauß (Lulabs diesem Umstande, weil er den Schwerpunkt sür die chronologische Fixirung der Lulab-Münzen bildet. Betrachten wir nun die Kehrseite an diesen Medaillen. Deutlich ist nur daran das Bild eines Portals mit je zwei Säulen an der Seite und meistens mit einem Nrchitrav. So einig die Numismatiker bezüglich des Bündels mit der Frucht an der linken Seite desselben sind, so uneinig sind sie betreffs dieses Typus. Perez Bayer hielt das Portal für das Bild des Mausoleums, welches Simon Makkabi (oder richtiger sein Sohn) zum Andenken an die Hasmvnäer׳Familie in Modin hat errichten lassen. Diese Erklärung ist mit Recht verworfen worden, weil die meisten Exemplare dieser Klaffe den Namen ״Jerusalem" tragen. Es wurde auch als Figur der Bundeslade interpretirt, was widersinnig ist, da in dernachexilischen Zeit die Bundeslade und ihr Bild unbekannt waren. Andere Numismatiker haben in diesem Typus das Bild des Tempels oder des Tempelthores sehen wollen. (Cavedoni, Levy, Merzbacher). Allein auch diese Auslegung trifft nicht zu, denn der herodianische Tempel hatte im Eingang keine Säulenverzieruug, und als Pforte kann diese Figur eben so wenig angesehen werden, da die Oeffnung durch eine dreireihige Verzierung gewissermaßen verrammelt ist. Merzbacher bezeichnet das Emblem demnach als ver s ch l o s s e n e Pforte. Aber eine verschlossene Pforte ist eben kein Eingang, und somit kann es doch nicht die Tempelpforte versinnbildlichen. Was bedeutet die Portalseite an diesen Lulab-Münzen? Erinnern wir uns, daß die andere Seite einen Feststrauß optima in forma darstellt, den Lulab mit den zwei andern Zweigen verbunden rechts, links die Ethrog-Frucht und noch dazu eine Verzierung an dem Bündel, wie das Alles im Leben vorgekommen sein muß. Welche tiefere Bedeutung hat dieser Typus? Er weicht so sehr von den Emblemen ab, welche ans den meisten Exemplaren der jüdischen Münzen Vorkommen. Diese als