Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 36 (1887)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Bedeutung der jüdischen Münzen mit dem Feststrauß (Lulab) und dem Portale
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 10)
- Language
- German
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154 Bedeutung der jüdischen Münzen mit dem Feststraub (Lulab) Ganz beiläufig tradirt nämlich N. Me'ir : dieVorNeh m e u Jerusalems haben ihren Feststrauß in einem goldenen Körbchen zusammengehalten 1). Das Bündel von Palme, Myrte und Weide soll nämlich nach dem rituellen Gesetze unten z-usammengebunden sein. Nun beruft sich R. Me'ir gegenüber der Behauptungdaß das zusammenhältende Band eine Pflanzenfaser sein müsse, auf das Factum, daß vornehme Jerusalemer nicht darauf geachtet, sondern die Verbindung vermittelst eines goldenen Körbchens bewerkstelligt haben. Sein halachischer Gegner g i e bt d a s F a c t um z u, meint aber : das Bündel sei vermittelst eines Faserbandes innerhalb des Körbchens verbunden geivesen. Nebenher sei bemerkt, daß R. Meir, als ein Jünger R. Akiba's, von demselben Ueberlieferungen von Sitten und Gebräuchen in Jerusalem empfangen haben kann, da der Letztere beim Untergang Jerusalems im vorgerückten Alter gestanden hat. Erwägen wir die Bedeutung dieser Tradition von dem goldenen Lulabkörbchen eingehend. Während R. Meirs Lebens, zeit ist diese Sitte nicht gebräuchlich gewesen, sondern nur früher, beim Bestände Jer ns ale ms. Auch außerhalb Jerusalems ist dieser nicht ganz correcte Brauch nicht vorgekommen Es kam daher, daß man nur in I e r u salem mit dem Feststrauß Parade gemacht hat. Man hat ihn nicht nur im Tempel und in dem ') Mischna Lukka III, 8 heißt es: אמר ר׳ מאיר מעשה נאנשי ירושליכש שהיו איגרין אר־ז לולביהון ב ג י מ ו נ י ו ח של ז ה 3. אמרו לו : במינו היו אעדין אי הי מלס:ור. In Talmud ist eine Variante gegeben,' welche die Tradition noch prägnanter macht (Sukka 37 a): אמר ר' :מאיר 1מעשה ביקירי ירושליוש שחיו אוגדין. אה לולכיהון ב ג י ט ו נ י ו ר ש ל זהב. Das Wort גיטון bedeutet Korb, Körbchen, lygl. Levy chaldäisches Wörterbuch s. v.).— Bayer hat das Wort גימון mißverstanden und es als F äden wiedergegeben (äs slumis p. 130\ et cunl aliquando Judaei Hierosolymitani filiis au reis fasciculos circuwligassent. In Folge dieses Mißverständnisses konnte er die Lulab-Münzen nicht chronologisch unterbringen.