Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 36 (1887)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension] / R.
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Rccension. 131 mit einündrr verglichen werden, wie einer, der viele ausgezeichnete Vorzüge eines öffentlichen Charakters und Kritikers besitzt, mit einem Andern, der mit unzähligen schlechten Eigenschaften eines kritisirenden Schriftstellers behaftet ist. Das schließt nicht aus, daß Nicolai sich trotz alledem Verdienste um die Sache der Auf' klärung erworben hat. Diese Zeitschrift hat das Eigenthümliche, daß manchmal die Rechte nicht weiß, was die Linke thut, daß an einer Stelle etwas behauptet wird, was wenige Seiten vorher schon unbe» mußt widerlegt wird. Herr Werner spricht von dem Bunde Lessing, Mendelsohn, Nicolai und sagt dann: ״Lessing war dahingegangen, nachdem er längst aus dem Bunde herausgewachsen war, sein Tod war kein so unmittelbarer Verlust chr seine Freunde, von den Literaturbriefen. Weilte er doch schon seit vielen Jahren fern von ihnen". Das mag von dem Verhältniß Lesstngs zu Nikolai gelten, aber Herr Werner, der dies auf S. 129 dieses Heftes schreibt, braucht nur auf S. 117 desselben Heftes zu lesen, wie M. an Hennings schreibt: ״Mich beschäftigt jetzt der einzige Gedanke: Lessings Tod; er macht mich nicht traurig, nicht tiefsinnig; aber er ist mir immer gegenwärtig, wie das Bild einer Geliebten, ich schlafe mit ihm, träume mit ihm, wache mit ihm auf, und danke der Vorsehung für die Wohlthat, daß ich diesen Mann so frühzeitig habe kennen lernen." Und Herr Werner konnte diesen Brief schon in dem Buche Kaiserlings lesen, das fast vor einem Vier« teljahrhundert erschienen ist; aber selbst wenn das Buch Kaiserlings Herrn Werner entgangen sein sollte, dem Gedankengang dieses Briefes begegnen wir schon in dem Schreiben Mendelsohn's an den Bruder Lesstngs, jenem herrlichsten Zeugniß der Freundschaft, der Verehrung. Mendelsohn hatte sich für die theologischen Streitschriften nicht so lebhaft, mehr der künstlerischen Form als des Inhalts wegen, interessirt. Aber dann kam der Nathan, von dem der neueste deutsche Litsrar-