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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1887-01-01 · Heft 3 · p. Seite 128

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
36 (1887)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension] / R.
Date
1887-01-01
Page
Seite 128 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Recensii»,. 128 daß ich mehr als ein Bekannter, daß ich sein Freund sei." Geiger, der den Brief veröffentlicht, hielt es für unmöglich aus dem Inhalt des Briefes über die Person des Adreffaten eine gegründete Vermuthung aufznstellen. Vielleicht ist der Brief an Johann Georg Hamann gerichtet. Der Brief ist an einen Mann gerichtet, der nicht nur, wie Geiger hervorhebt, die bedeutenden Produktionen des deutschen Büchermarktes mit Aufmerksamkeit verfolgte, sondern von dessen Schriften M. in öffentlichen Blättern Verschiedenes gelesen hat, dessen Tempel fleißig von den Musen besucht wird." Aber Mendelsohn schlägt gegen seinen Korrespoudenten einen etwas unsichern Ton an; er schreibt an ihn wie an einen Mann, von dem er nicht so ganz gewiß ist, ob auf seine Freundschaft Verlaß sei. Hamann hatte oft die leb- Haftesten freundschaftlichen Gefühle Mendelsyhn entgegengetragen; aber war es bei dem unberechenbaren unsteten Naturell Hamanns, bei seiner Feindschaft gegen die Aufklärung, als deren Banner« träger Meildelsohn galt, so wahrscheinlich, daß er plötzlich den Juden Meirdelsohn verläugnete? So erklärt sich der halb freundschaftliche, halb schüchterne Ton MendelsohnS in diesem Briefe. Hat es doch Mendelsohn für gut befunden, selbst einem Herder gegenüber den vertraulichen Stil fast zu entschuldigen, den der Jude gegen den Superintendenten sich hcrausnehme; auch daß keine besonders hohe Wertschätzung der Schriften seiner Korrespondenten mit den Worten Mendelsohn's hindurchschimmert, stimmt sehr gut mit dem sonstigen Urtheil MendelsohnS über Hamann; das chronologische Moment paßt zn Hamann als Adreffaten, ,denn es geht ausdem Briefe hervor, daß der briefliche Verkehr seit der Verheiratung Mendelsohn's bis zum Jahre 1767 geruht habe, und der sonst uns bekannten Briefe Hämann's an M. stammen aus dem Jahre 1762, aus der Zeit kurz vor der Verheiratung Mendelsohn's. Daß M. über sein Fa-

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