Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1887-01-01 · Heft 3 · p. Seite 112

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
36 (1887)
Issue
Heft 3
Article
Die Bedeutung der Priesterschaft für die Gesetzgebung während des zweiten Tempelbestandes
Date
1887-01-01
Page
Seite 112 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829626-2829630-2876662--24040-2876687
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

112 Die Bedeutung der Priestcrschaft für die Gesetzgebung Heiligthümern nichts zu thun hatte, anfechten, ob.er als levitisch rein oder unrein galt? Die Absicht, mit dieser Maß. rege! auf den Priesterstand zu wirken, leuchtet noch mehr durch das Motiv durch, welches der babylonische Talmud unterlegt. Als wenn der in der Tosefta angegebene Grund, Schutz gegen Profonation, unbekannt gewesen wäre, wird daselbst die Frage aufgeworfen: warum haben die Gesetzeslehrer die Berührnng heiliger Schriften als Unreinheit erklärt? (Sabbat 14 a): וספר מאי טעמא גזרו ביה רבנן טומאה? Zur Beantwortung dieser Frage setzt ein Amora auseinander: Die Verordnung sei ge. troffen werden, um zu verhüten, daß nicht Speisen, aus der Priesterhebe bereitet, in einem und demselben Behältniß mit Pentateuch-Exemplaren aufbewahrt werden, weil jene Mäuse herbeilocken und diese dadurch zernagt werden könnten 1). Dieses Motiv wird schwerlich das richtige gewesen sein. Denn diese Maßregel würde dann nur zum Schutze der für allerheiligst gehaltenen Pentateuchrollen getroffen worden sein, während nach der Motivirung in der Tosefta gerade nur solche Bücher vor Profanirung geschützt werden sollten, welche nicht allgemein als heilig galten, daß sie nicht als Unterlage beim Reiten benutzt werden sollten. Wie denn auch die Verordnung für heilige Schriften im Al lg em einen statuirt wurde (כתבי קדש) während sie nach der Erklärung im Talmud lediglich zum Schutze des Pentateuchs dienen sollte. Außerdem war ja die Berührung einer Pentateuch-Rolle unvermeidlich, da doch mindestens allsabbatlich daraus vorgelesen wurde. Aber nehmen wir diese Motivirung als richtig an, so würde das Gesetz doch nur solche Personen angehen, welche im Besitze der Priesterhebe wären, b. h. Priester. Denn Laien haben doch wohl nicht l) Sabbat das. אמר ר׳ משרשיא: שבהחילה היו מטניעין אדן לובלין דתרומה אצל ספר מורה ואסרו קאי קריש והאי קריש. כיון רחזו דאווו nppM לירי פםיר[א גזרו ביה רבנן.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.