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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1887-01-01 · Heft 2 · p. Seite 50

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
36 (1887)
Issue
Heft 2
Article
Ein Eheproceß in der Familie Ibn-Tibbon
Date
1887-01-01
Page
Seite 50 (sequence 2)
Language
German
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60 Ein Eheprozeß in der Familie Jlm-Tibbon. ein Convolut rechtsgutachtlicher Bescheide entdeckt, unter denen sich eherechtliche Prozesse finden, und aus einem solchen soll her- Vorgehen, daß dieser Urenkel des ersten Jbn-Tibbon ein gerne!־ ner Wicht gewesen sein soll, der gegen seine eigene reiche Base einen Prozeß zur Nichtigkeitserklärung ihrer Ehe angestrengt habe — einzig und allein, um von ihr Geld zu erpressen. Und an dieser Gemeinheit muß der Vater betheiligt gewesen sein, da er das Verfahren seines Sohnes gebilligt, wenigstens nicht verhindert hat. Wie gesagt, es ist schmerzlich, an einem Gliede der Tibboniden eine solche Niedrigkeit zu finden, welche einen moralischen Schatten auf die ganze Familie zu werfen geeignet ist. Es ist also gerechtfertigt, heute noch eine Revision des von Samuel Jbn-Tibbon 11 gegen seine Cousine angestrengten Procefies vorzunehmen, welche möglicherweise eine Ehrenrettung ergeben kann. Diese Proceßacten finden sich in einer handschriftlichen Gutachten-Sammlung in der Bodleiana (Catalog Nr. 2550): שאלות ותשובות ממהר' שלמה בן אדרת ורבנים אחרים על פי סדר אכן העזר. Daraus hat Neubauer Auszüge gegeben von solchen Responsen, welche von provenzalischen Rabbinen ausgegangen find, und darunter auch die Zeugenaufnahme und Entscheidung in dieser, man könnte säst sagen, cause celfebre (Nr. 62, in Revue des etudes Juive. T. XII, Nr. 23 p. 82—85). Aus diesen Akten hat Mr. Isidor Loeb eine sehr lichtvolle Broichüre verfaßt: TJn proces dans la famille des Ibn Tibbon, Marseille 1255 —56. Der Vers, kommt zu dem unerfreulichen Resultat: ״Tont, le proces n’etait qu'uue ientive de chantage. Samuel n’avait pas craint de dormer ce scandale et de trainer dans la baue le nom illustre de sa famille!“ Aber der Herr Vers, hätte doch bedenken sollen, daß nicht allein der vielleicht unedle junae Samuel diesen Skandal-Proceß anhängig gemacht Hot, sondern auch sein Vater! Sollte Mose

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